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Nannen-Preise vergeben : Akribie und Hartnäckigkeit

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Stern-Reporter Jan Christoph Wiechmann erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Reportage“ für seinen Text „Drei Krieger“. Bild: dpa

1000 Beiträge konkurrierten in sechs Kategorien um den Nannen-Preis. Reportagen über eine Berliner Buslinie und Soldaten in Afghanistan wurden unter anderem ausgezeichnet.

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          Die „Spiegel“-Story über Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe an Deutschland 2006 ist am Donnerstag mit dem Nannen-Preis in der Kategorie „Investigation“ ausgezeichnet worden. Die Autoren hätten mit „Akribie und Hartnäckigkeit“ recherchiert und für viel Aufregung gesorgt, hieß es in der Begründung. Preise gab es auch für eine sozialkritische Reportage über eine Berliner Buslinie und über drei Soldaten in Afghanistan.

          In sechs Kategorien wurde der Nannen-Preis für guten Journalismus verliehen. Moderiert wurde die Gala in Hamburg von „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga. Der Preis ist undotiert, überreicht wurde eine Kunst-Installation.

          Mit dem „Egon Erwin Kisch-Preis“ für die beste Reportage wurde Jan Christoph Wiechmann ausgezeichnet. Sein im „Stern“ erschienener Text „Drei Krieger“ porträtiert einen Bundeswehr-Soldaten, einen Taliban-Kommandanten und einen amerikanischen Piloten, die in einem Kampf am 2. April 2010 in Nord-Afghanistan aufeinandertreffen.

          Einen Sonderpreis erhielt der syrische Fotograf Hosam Katan aus Aleppo, der bei seiner Arbeit von einem Scharfschützen verletzt wurde und dann nach Deutschland floh. Er habe seine Arbeit unter den schwierigsten Bedingungen ausführt, die man sich nur denken könne, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in seiner Laudatio.

          Eine Fahrt mit der Berliner Buslinie M29 durch die unterschiedlichen Stadtteile zeigt die großen sozialen Unterschiede in der Bundeshauptstadt. „M29“ der „Berliner Morgenpost“ wurde als beste Web-Reportage ausgezeichnet. Lebendig, informativ und spielerisch habe das Autoren-Team das Thema dargestellt, hieß es zur Begründung.

          Der Preis für die beste Dokumentation ging an Wolfgang Bauer für seine „Zeit“-Reportage über die Opfer der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram. Er habe, so die Jury, das Vertrauen der entführten Frauen gewonnen und den Terror eindringlich dargestellt. Später sammelte die „Zeit“ 50.000 Euro für die Opfer.

          Der amerikanische Fotograf Arne Svenson wurde für seine „Zeit“-Fotoreportage „Die Welt ist mir zu viel“ geehrt. Svenson hatte in seinem Wohnort Manhattan Nachbarn von außen fotografiert. Als beste Fotografen wurden die Schweizer Adrian Sonderegger und Jojakim Cortis von „Geo“ ausgezeichnet.

          Insgesamt wurden 982 Texte und Fotostrecken für den Nannen-Preis 2016 eingereicht. Gruner + Jahr hatte den Preis 2015 aufgrund der Sparmaßnahmen ausgesetzt. Der „Henri“, wie er früher hieß, wurde seit 2005 verliehen. 2014 war er noch mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

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