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Nachruf auf Uwe Friedrichsen : Fest verwurzelt

Uwe Friedrichsen, 1934 bis 2016 Bild: dpa

Er spielte in Gustaf Gründgens’ legendärer „Faust“-Inszenierung und machte intelligentes Fernsehen mit Herz. Zum Tod des großen Hamburger Schauspielers Uwe Friedrichsen.

          Uwe Friedrichsen dürfte zu den bekanntesten Schauspielern des deutschen Fernsehens gezählt haben. Seine ersten Rollen hatte er dort in den fünfziger und sechziger Jahren, in der Serie „Familie Schölermann“ und als Detektiv Jones Burthe in „John Klings Abenteuer“. In den achtziger und neunziger Jahren trat er in der Rolle des Zollfahnders Zalukowski in einer Serie auf, die den Versuch unternahm, von der deutschen Gegenwart in Form eines Wirtschaftskrimis zu erzählen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          In „Schwarz-Rot-Gold“, ging es um weltweit organisierte Kriminalität und deren Ausgreifen in der Bundesrepublik und im wiedervereinten Deutschland. Das wurde geschildert aus der Perspektive eines Ermittlers, der nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch gegen Zuständigkeitschaos und Bürokratie wie ein Kleistscher Kohlhaas kämpfte, dabei aber nie seinen norddeutsch gekühlten Humor verlor.

          Die Wurzel der Schauspielerei

          Dieser, verbunden mit ausgeprägtem Widerspruchsgeist, prägte den Menschen und prägte sämtliche Figuren, die Uwe Friedrichsen verkörperte. So in der Vorabendserie „Oppen und Ehrlich“, in der Friedrichsen mit Andreas Schmidt-Schaller spielte; oder bei Gastspielen in „Verbotene Liebe“ und der Serie „Die schlimmste Woche meinens Lebens“. Kriminalfilm, Komödie, Kinderprogramm – Friedrichsen wirkte zwei Jahre lang an der deutschen Ausgabe der „Sesamstraße“ mit –, markierten aber gerade einmal die Hälfte seines Schaffen. Zu der anderen zählten Rollen in dem Fernsehspiel „Orestie“ von Walter Jens (1966), der Sartre-Verfilmung „Die Eingeschlossenen von Altona“ oder dem Mehrteiler „Radiofieber“.

          Uwe Friedrichsen war zudem ein vielbeschäftigter Synchronsprecher (er sprach unter anderem die Stimmen von Peter Falk und Donald Sutherland) und blieb, bei allen Erfolgen auf dem Bildschirm, ein Mann des Theaters. Das Theater, sagte er einmal in einem Interview, sei die Wurzel der Schauspielerei, vergesse man diese, gebe man den Beruf auf.

          Entdeckt hatte den am 27.Mai 1934 in Altona geborenen Schauspieler 1955 Ida Ehre, die ihn für die Hamburger Kammerspiele verpflichtete. Gustaf Gründgens holte ihn ans Deutsche Schauspielhaus, wo er 1956 in der legendären „Faust“-Aufführung mitwirkte und bis 1968 spielte. Einige Jahre lang gehörte Friedrichsen dem Ensemble des Ernst Deutsch Theaters an, er spielte auf der Ohnsorg-Bühne, wo er in der Rolle des Hans Albers sein fünfzigjähriges Bühnenjubiläum feierte. Am vergangenen Samstag ist Uwe Friedrichsen im Alter von 81 Jahren in Hamburg gestorben.

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