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Nach Terrorvorwürfen : Österreichischer Journalist sitzt in der Türkei fest

  • Aktualisiert am

Max Zirngast ist kein Einzelfall: In der Türkei warten noch immer viele Aktivisten und Journalisten in Haft auf ihre Prozesse. Bild: dpa

Im September war der österreichische Journalist Max Zirngast in der Türkei festgenommen worden. Am Montag ordnete ein Gericht seine Freilassung an. Jetzt sitzt er wieder in Haft.

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          Ein vor mehr als drei Monaten in der Türkei festgenommener Österreicher ist am Heiligabend aus dem Gefängnis entlassen und gleich darauf erneut inhaftiert worden. Dem Journalisten Max Zirngast, für den noch Ausreiseverbot gilt, könnten offizielle Dokumente erst am Dienstag ausgestellt werden, berichtete die österreichische Agentur APA unter Berufung auf Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer. Erst danach soll der Mann freikommen.

          Ein Gericht in Ankara hatte am Montag die Entlassung Zirngasts angeordnet. Allerdings dürfe er dann weiterhin nicht ausreisen und müsse sich jede Woche bei der Polizei melden. Der 29-Jährige, der seit 2015 Politikwissenschaft an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara studiert, arbeitet für verschiedene linke Medien, darunter das amerikanische Magazin „Jacobin“. Zuletzt beschäftigte er sich kritisch mit dem Verhältnis der Türkei zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Nach Informationen der Zeitung „Hürriyet“ wird ihm vorgeworfen, Mitglied in einer terroristischen Vereinigung zu sein. Prozessauftakt sei am 11. April, sagte sein Anwalt der Nachrichtenagentur.

          Die falschen Bücher

          Zirngast war im September festgenommen worden und saß zuletzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Ankara in Haft. In einem vergangenen Monat in der „Washington Post“ erschienenen Artikel schrieb er, dass die Behörden ihn wegen Büchern befragt hätten, die sie in seiner Wohnung gefunden hatten, sowie zu einem Artikel in „Jacobin“, in dem er Präsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt haben soll.

          Österreichs Außenministerin Karin Kneissl sagte, sie begrüße die „möglicherweise bevorstehende Entlassung„ Zirngasts. Die Regierung werde sich „weiterhin für eine rasche Abwicklung des Strafverfahrens einsetzen“, schrieb Kneissl auf Twitter.

          In der Türkei sitzen weiter auch mehrere Deutsche in Haft, denen vorgeworfen wird, Mitglieder in Terrorvereinigungen zu sein. Im November wurde eine deutsche Sängerin mit kurdischen Wurzeln wegen PKK-Mitgliedschaft zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die PKK gilt in der Türkei, Europa und den Vereinigten Staaten als Terrororganisation.

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