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Nach Kritik an Covid-Berichten : SWR und Ex-Mitarbeiter Skambraks schließen Vergleich

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„Zerstörtes Vertrauensverhältnis“: Der SWR hatte dem früheren Mitarbeiter Ole Skambraks gekündigt – unter anderem, weil er sich nicht an Vereinbarungen gehalten habe. Bild: dpa

Der frühere SWR-Mitarbeiter Ole Skambraks übte öffentlich Kritik an der Corona-Berichterstattung des Senders. Daraufhin wurde er gefeuert. Nun schlossen die Parteien vor Gericht einen Vergleich.

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          Der Rechtsstreit um die Kündigung des ehemaligen SWR-Mitarbeiters Ole Skambraks ist beendet. Die Rundfunkanstalt und Skambraks verständigten sich auf einen Vergleich, wie ein Sprecher des Arbeitsgerichts Karlsruhe dem Evangelischen Pressedienst sagte. Der SWR hatte Skambraks nach einem Konflikt über öffentliche Äußerungen zur Corona-Berichterstattung im vergangenen Herbst gekündigt. Der Mitarbeiter reichte daraufhin Klage beim Arbeitsgericht ein (Az.: 9 Ca 430/21).

          Der Rechtsstreit sei ohne eine inhaltliche Auseinandersetzung zu Skambraks' Äußerungen beendet worden, sagte eine SWR-Sprecherin auf Anfrage. Mit dem Vergleich bestehe Einigkeit, dass die freie Mitarbeit von Skambraks im SWR seit Oktober 2021 beendet ist.

          Die Rundfunkanstalt hatte Skambraks vorgeworfen, „den SWR und damit die hier tätigen Kolleginnen und Kollegen fortgesetzt durch falsche Tatsachenbehauptungen in der Öffentlichkeit diskreditiert“ zu haben. Mit seinem Verhalten habe Skambraks auch den Betriebsfrieden „empfindlich gestört“. Die Kündigung sei nicht wegen der kritischen Meinungsäußerungen von Skambraks erfolgt, hatte der SWR betont.

          Skambraks hatte den Vorwürfen widersprochen. Eine Anfrage zu der nun erfolgten Einigung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber ließ er unbeantwortet. Laut SWR war Skambraks seit Frühsommer 2020 im Sounddesign bei SWR2 befristet arbeitnehmerähnlich beschäftigt, dort betreute er unter anderem Programmtrailer.

          Ein offener Brief

          Ausgangspunkt für den Konflikt war ein offener Brief, den Skambraks Anfang Oktober 2021 im Internet veröffentlicht hatte. In dem Artikel, der auf dem Blog „Multipolar“ unter der Überschrift „Ich kann nicht mehr“ erschien, kritisierte Skambraks die Corona-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk - auch im SWR - als einseitig und nicht ausgewogen.

          Der SWR warf Skambraks auch vor, er habe in dem Text den falschen Eindruck erweckt, dass er direkten Einblick in die redaktionelle Themenplanung habe, obwohl er an solchen Redaktionskonferenzen in der Regel gar nicht teilnehme. Über die laut Skambraks nicht aufgegriffenen Themen sei „in Wahrheit sehr wohl im SWR und der ARD berichtet“ worden.

          Nach der Veröffentlichung des offenen Briefes hatte der SWR nach eigenen Angaben mit Skambraks eine zweiwöchige Auszeit sowie „ein 14-tägiges öffentliches Stillhalten“ vereinbart. Trotz dieser Vereinbarung und einer Krankschreibung habe Skambraks wenige Tage später seine Kritik am SWR bei einem Auftritt im österreichischen Privatsender Servus TV wiederholt. Nachdem der SWR Skambraks daraufhin zunächst bezahlt freigestellt hatte, folgte am 28. Oktober die Kündigung.

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