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Zeitungskrise : Mehr als hundert australische Zeitungen werden nicht mehr gedruckt

  • Aktualisiert am

Sitz des Murdoch-Konzerns News Corp in Sydney Bild: AP

Das von Rupert Murdoch gegründete Medienunternehmen News Corp will in Australien 36 Blätter einstellen, 76 erscheinen nur noch im Netz. Der Grund: Ein negativer Trend hat sich in der Corona-Krise verstärkt.

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          In Australien verschwinden schon im Juni mehr als 100 Regionalzeitungen aus den Briefkästen und den Auslagen der Händler. News Corp kündigte am Mittwoch an, 76 Blätter erschienen in der australischen Heimat ihres Großaktionärs Rupert Murdoch dann nur noch online, 36 würden ganz eingestellt. Wie viele Arbeitsplätze dadurch wegfallen, teilte der Konzern nicht mit. „Die Ausgaben für Print-Anzeigen, die den Löwenanteil unserer Umsätze ausmachen, gehen immer schneller zurück“, begründete der Chef von News Corp Australasia, Michael Miller, den Schritt. Das Anzeigenaufkommen war in der Coronavirus-Krise auch in Australien eingebrochen, weil Geschäfte geschlossen und Urlaubsreisen auf Geheiß des Staates untersagt wurden.

          In diesem Jahr hatte schon die Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP), an der News Corp ebenfalls beteiligt ist, angekündigt, nach 85 Jahren den Betrieb einzustellen. News Corp hatte auch in Australien versucht zu diversifizieren, und war beim Immobilienanzeigen-Portal REA Group sowie beim Pay-TV-Sender Foxtel eingestiegen.

          Doch das bescherte dem Imperium des australisch-britischen Medienunternehmers Murdoch im ersten Quartal (bis Ende März) 1,1 Milliarden Dollar Verlust, vor allem wegen Abschreibungen auf den Firmenwert von Foxtel. Der Sender überträgt vor allem Sport – der in der Coronakrise ebenfalls nicht stattfindet. „Man muss das ganze Investment von News Corp in Australien langfristig in Frage stellen“, sagte der unabhängige Medienanalyst Peter Cox. Bekannt ist Murdoch als Eigentümer der amerikanischen Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ und der britischen Zeitungen „Times“ und „Sun“.

          Auch in anderen Ländern sind die Werbeeinnahmen der Zeitungen in der Coronakrise eingebrochen. Der Herausgeber der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“, DMGT, berichtete über einen Umsatzeinbruch um ein Drittel im April. Im Mai zeichne sich abermals ein Minus von 30 Prozent ab. Trotzdem sei das Geschäft nahe einer „schwarzen Null“. In Deutschland haben viele Medienhäuser mit Kurzarbeit auf einen Einbruch des Anzeigenaufkommens während der Ausgangsbeschränkungen reagiert.

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