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Münchner Filmfest : Bayerische Versprechen

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Im falschen Film? Die Leiterin des Filmfest München, Diana Iljine und der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sitzen beim Opening des Filmfest München 2018 im Mathäser Kino. Bild: dpa

Ein Ministerpräsident will „größer denken“. Ein Kulturreferent ist froh, „wenn überhaupt“ gedacht wird. Und ein Film kommt aus Berlin: Zum holprigen Start des Münchner Filmfests.

          Keine Veranstaltung, die in diesen Tagen nicht politisch aufgeladen wird. Das gilt auch für die 36. Auflage des Münchner Filmfests, das am Donnerstagabend mit einem kleinen Eklat eröffnet wurde. Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der schon seit Jahren einen ganzen Medienstab zur ausgefeilten Selbstdarstellung unterhält, hatte dem chronisch unterfinanzierten Festival schon im Voraus eine Aufstockung des Etats um drei Millionen Euro vom Mitgesellschafter Freistaat Bayern versprochen, verbunden mit der Auflage, man müsse nun „größer denken“. Der Vertreter des anderen großen Mitgesellschafters, der Stadt München, der scheidende Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) nutzte diese Vorlage für die Sottise, er sei „schon froh, wenn nicht größer, sondern überhaupt gedacht werde“. Dafür erntete Küppers Beifall, auf den Söder verzichten musste. Sein Gang zur Bühne wurde von lauten Missfallenskundgebungen des Premierenpublikums begleitet.

          Dennoch erneuerte der Ministerpräsident ungerührt sein Millionen-Versprechen, verbunden mit der Kampfansage an die Berlinale. „Wir wollen stärker werden um uns auch international breiter aufstellen zu können.“ Das konnte sich kaum auf den Eröffnungsfilm beziehen. „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim Lang kann sich hundertdreißig quälend lange Minuten nicht zwischen Musical-Ambitionen, Gesellschaftskritik und Berlin-Hommage entscheiden. Selbst der arme, unentwegt an einer Zigarre saugende Lars Eidinger muss ausschließlich Originaltöne Brechts aufsagen, was dann dessen epischem Theater recht nahe kommt, aber den Zuschauer verzweifeln lässt – auch wenn mit Tobias Moretti, Hannnah Herzsprung und Joachim Król weitere Großschauspieler zu sehen sind.

          Ein Think Tank soll die Zukunft des Festivals bestimmen

          Die Neuerungen dank erhöhten Budgets greifen erst im nächsten Jahr und vor allem 2020, wenn das Münchner Filmfest den Gasteig verlassen muss und „temporär eine neue Bleibe“ bezieht, wie es Filmfestchefin Diana Iljine formuliert. Aus ihrer Sicht ist die Budgeterhöhung dringend nötig, hatten doch die sich selbst ausbeutenden Mitarbeiter zuletzt zu Hungerlöhnen gearbeitet und auch 2018 wieder die Tage vor der Eröffnung in ihren Büros kampiert. Söder habe sich intensiv wie keiner seiner Vorgänger mit dem Filmfest und seinen Bedürfnissen auseinandergesetzt attestiert Diana Iljine.

          Im Herbst soll ein Think Tank die Zukunft des Festivals neu interpretieren. Den Angriff auf Berlin sieht die erfahrene Filmfrau, die auch für die Kosslick-Nachfolge im Gespräch war, aber vorerst nicht. So berauscht sie sich einstweilen in der Filmfestwoche noch an 185 Filmen aus fünfzig Ländern, an dem Auftritt ihrer Lieblingsschauspielerin Emma Thompson, die am Freitagabend den Cine Merit Award erhielt und daran, dass Terry Gilliam nach dreißig Jahren seinen „The Man Who Killed Don Quijote“ fertigstellte und ihn am Montag in München der Weltöffentlichkeit präsentiert. Dass das Ausscheiden der Deutschen bei der Fußball-WM positive Auswirkungen auf den Besuch der Filme hat, wurde von ihr dankbar aufgenommen.

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