ZDF muss Beitrag korrigieren : Kein Giftgas in Namibia
Ein weiterer von dieser Zeitung kontaktierte Experte wies darauf hin, dass ein Giftgaseinsatz in dem Land mit Wüsten und Halbwüsten damals logistisch kaum möglich gewesen wäre. Auch andere Darstellungen im Video von „MrWissen2go Geschichte, Terra X“ verwirren. Klaus Hess, der 41 Jahre lang der Deutsch-Namibischen Gesellschaft als Präsident vorstand, nennt den Hinweis auf das Giftgas auf Anfrage „absoluten Unsinn“. Vom ZDF-Moderator erwähnte Postkarten, auf dem die Prügelstrafe gezeigt wird, sind ihm ebenfalls unbekannt. Derlei Postkarten könnten aus Portugiesisch-Mosambik stammen.
Des Weiteren fällt Hess auf: „Sklavenkarawanen mit Ketten oder Holzgabeln an den Hälsen, wie auf Zeichnungen im Video abgebildet, gab es nicht. Fotos von Menschen in Ketten sind nur von Herero bekannt, die nach der Schlacht am Waterberg 1904 gefangen genommen wurden und dann in Gefangenenlager gebracht wurden.“ Auch die Passage zu den ersten Schutzverträgen erscheint ungenau: „Die ersten Schutzverträge wurden von Herero- und Nama-Gruppen, teils auf ihre Hilfsersuchen, sowie auf Angebote der deutschen Verwaltung geschlossen, um sich die Unterstützung der Schutztruppe bei ihren Streitigkeiten und Kämpfen gegeneinander um die Weidegründe im Zentralbereich der Kolonie zu sichern. Das geschah ohne Zwang und nicht gegen ihren Willen.“ Möglicherweise stehen dem ZDF weitere Korrekturen bevor. Diese Zeitung hat den Sender dazu angefragt.
