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Comeback des TV-Moderators : Markle-Kritiker Morgan kommt groß raus

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Als er Meghan Markle kritisierte, war für Piers Morgan beim Sender ITV Schicht. Das kann er mit seinem neuen Job gut verschmerzen. Bild: Reuters

Er glaube Meghan Markle kein Wort, sagte der britische Fernsehmoderator Piers Morgan und verlor seinen Job beim Sender ITV. Jetzt hat er einen viel besseren – bei seinem alten Kumpel Rupert Murdoch.

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          Der Journalist Piers Morgan kehrt mit einem spektakulären Vertrag zurück ins Murdoch-Imperium, bei dem er vor mehr als dreißig Jahren seine Karriere begann. Der britische Moderator, der kein Blatt vor den Mund nimmt, hatte seinen bisherigen Posten beim Frühstücksfernsehen des Senders ITV vor sechs Monaten im Streit über Bemerkungen verlassen, dass er Meghan Markle kein Wort von ihren Vorwürfen gegen das britische Königshaus glaube. Seitdem stand Morgan, der in dieser Woche bei einer Preisverleihung der Medienindustrie zum Nachrichtenmoderator des Jahres gekürt worden ist, in Verhandlungen über den nächsten Schritt.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Der neue Nachrichtensender GB News soll sich um ihn bemüht haben. Morgan hat sich stattdessen für einen dreijährigen globalen Vertrag mit News Corp entschieden, von dem es heißt, er belaufe sich auf fünfzig Millionen Pfund. Die Kosten werden über verschiedene Teile des Konzerns gestreut. Neben der Moderation einer Show für den Sender talkTV, die Murdochs Kanäle Fox Nation in den Vereinigten Staaten und Sky News in Australien ebenfalls ausstrahlen werden, sind Kolumnen für die Sun und die New York Post vorgesehen sowie ein Buch für den Verlag Harper Collins.

          Die Ankündigung, dass Murdoch seinen bisherigen Streamingdienst in direkter Konkurrenz zu dem ins Schwimmen geratenen Sender GB News erweitern will, hat die Industrie überrascht. Vor wenigen Monaten hatte Rebecca Brooks, die Geschäftsführerin von News UK, dem britischen Arm des Murdoch-Konzerns, wissen lassen, dass Pläne für einen richtigen Nachrichtenfernsehsender eingestellt worden seien, weil die hohen Kosten ein derartiges Projekt unrentabel machten. Der schwierige, durch technische Mängel beeinträchtigte Start von GB News scheint Murdoch davon überzeugt zu haben, dass es eine Marktnische für einen professionell geführten Kanal gibt, der inhaltlich gegen den Konsens bei der BBC und anderen Nachrichtenanbietern steuert. Bei diesem Sender sollen Synergien mit den anderen Teilen von Murdochs Medienorganisation genutzt werden, wie das bereits bei dem jüngst in Zusammenarbeit mit den Printprodukten von News UK lancierten Hörfunksender Times Radio der Fall ist.

          Der neunzig Jahre alte Rupert Murdoch ließ sich für die Ankündigung auf seinem englischen Landsitz mit seinem neuen Fang fotografieren. Er bezeichnet Morgan als den Moderator, den alle Sender haben wollten, die aber zu ängstlich seien, um ihn zu engagieren. Morgan spreche aus, was die Menschen dächten und fühlten.

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