https://www.faz.net/-gqz-7zb0l

„AdBlock Plus“ : Microsoft, Amazon und Google erkaufen sich Werbezugang

  • -Aktualisiert am

Schlechte Werbung für den Werbeblocker: „AdBlock Plus“ ist käuflich. Bild: dpa

Der bekannteste Werbeblocker der Welt verspricht seinen Nutzern, nicht mehr von Werbung im Internet belästigt zu werden. Großen Konzernen werden jedoch Hintertüren geöffnet.

          1 Min.

          Bei der Onlinewerbung handelt es sich um einen Markt, in den jährlich 120 Milliarden Dollar fließen. Firmen setzen neben enormen Summen dabei auch andere Hebel in Kraft, um die geschaltete Werbung an den potentiellen Kunden zu bringen. Doch viele dieser Kunden wollen sich dem nicht aussetzen und fügen ihrem Internetbrowser sogenannte AdBlocker an, welche die Werbung der von ihnen aufgerufenen Seiten nicht anzeigt. Der weltweit verbreitetste Blocker ist „AdBlock Plus“, hinter dem das deutsche Start-Up-Unternehmen „Eyeo“ steht. Wie die Financial Times nun berichtet, scheint sich aber auch „AdBlock Plus“ – wenn auch in ungewöhnlicher Form – durch Onlinewerbung zu finanzieren: Google, Microsoft, Amazon und Taboola haben der Softwarefirma Beträge in unbekannter Höhe dafür gezahlt, ihre Werbung trotz Werbeblockierung auftauchen zu lassen. Eine genauere Auskunft über die Höhe der gezahlten Summen hat „Eyeo“ abgelehnt. Die Financial Times führt jedoch ein Unternehmen an, das behauptet, „Eyeo“ fordere bis zu 30 Prozent des investierten Budgets der geschalteten Werbung als Gebühr.

          Microsoft, dessen Suchmaschine Bing Werbeanzeigen zulässt, erklärte laut der Financial Times: „Microsoft wird den Kunden immer die Wahl lassen, wenn es um Werbung geht. Wir sind verpflichtet, mit Partnern zusammen zu arbeiten, die unsere Vision von relevanter, eindrucksvoller Markeninteraktion teilen, und die Integrität der Kundenentscheidung respektieren.“ Google und Amazon nahmen bislang keine Stellung. Viele Firmen sehen das Geschäftsmodel ihres Internetauftrittes durch Werbeblocker gefährdet. So fordern beispielsweise RTL und ProSiebenSat.1 Schadensersatz von „Eyeo“.

          Das Modell „Whitelist“

          Nach Auskunft „Eyeos“ wurde der eigene kostenfreie Adblocker bisher über 300 Millionen Mal heruntergeladen und hätte monatlich über 50 Millionen aktive Nutzer.

          Teil des Finanzierungsmodells von „Eyeo“ ist die sogenannte „Whitelist“. Diese Liste beinhaltet Werbeanzeigen, welche nicht geblockt werden. „Eyeo“ behauptet, Firmen könnten dieser Liste nur beitreten, wenn bestimmte Kriterien erfüllt würden. So muss Werbung erkennbar sein, und eine Anzeige so beschaffen, dass sie „den gewünschten Seiteninhalt nicht unterbricht oder verzerrt.“ Als Nutzer von „AdBlock Plus“ kann man jedoch auch die Option anwählen, selbst Werbung zu blockieren, die auf der Whitelist enthalten ist.

          Weitere Themen

          Künstler isst 120.000 Dollar teure Banane Video-Seite öffnen

          Festnahme : Künstler isst 120.000 Dollar teure Banane

          Auf der Art Basel in Miami hat ein Performance-Künstler eine an die Wand geklebte Banane aufgegessen, die ein Werk des Italieners Maurizio Cattelan und bereits für einen sechsstelligen Betrag verkauft worden war.

          Topmeldungen

          Schriftsteller Peter Handke

          Streit über Peter Handke : Groteske Geschichtsklitterung

          Heute wird Peter Handke in Stockholm der Literaturnobelpreis verliehen. Die Debatte um seine Auszeichnung zeigt, wie anfällig selbst solche Milieus für Verschwörungstheorien sind, die sich für aufgeklärt und weltoffen halten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.