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„Raya und der letzte Drache“ : Menschenzähmen leicht gemacht

Asien in den leuchtenden Augen amerikanischer Unterhaltungsgiganten: Raya sucht den letzten Drachen. Bild: Disney

Weltgewandheit à la Disney: Der Animationsfilm „Raya und der letzte Drache“ gerät zum panasiatischen Folklore-Aufguss amerikanischer Prägung.

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          Am Anfang steht die Frage: „Wie konnte die Welt derart kaputtgehen?“ Sie steht für ein Gefühl, das zurzeit vielleicht viele teilen, setzt aber voraus, dass die Welt nicht schon immer ein Ort war, an dem rohe, (selbst-)zerstörerische Kräfte walten, die nur ihre Form wechseln und ihre Umgebung unaufhaltsam in eine leblose Wüste verwandeln. Der Zuschauer muss an eine paradiesische Harmonie vor dem Sündenfall glauben. Dann wird die Frage plausibel – und man läuft nicht Gefahr, diese fiktionale „kaputte Welt“ mit dem eigenen Lamento zu verweben. Damit sind wir beim raffinierten Stimmungsaufheller Disney, seinem ersten Martial-Arts-Trickfilm für die ganze Familie, „Raya und der letzte Drache“ und der Folgefrage: Was macht die Welt wieder heil?

          Axel Weidemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Die unbefriedigende Antwort auf die Eingangsfrage lautet im abstrakt gezeichneten Prolog: „Weil Menschen eben Menschen sind.“ Das heißt: Paradiesisches ist (ohne göttliche oder anderweitig höhere Ordnung) immer nur geliehen, menschliche Beziehungen haben ein Verfallsdatum. Wird es überschritten, folgt Gleichgültigkeit oder Vernichtung.

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