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„New York Times“ : Meinungschef kündigt nach Gastbeitrag

  • Aktualisiert am

Das Gebäude der „New York Times“. Bild: AFP

Der Leiter der Meinungsseite, James Bennet, kündigt nach einem umstrittenen Gastbeitrag. Darin hatte ein republikanischer Senator eine Machtdemonstration des Militärs gefordert, um auf die Antirassismusproteste zu reagieren.

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          Der einflussreiche Chef der Meinungsseite der „New York Times“, James Bennet, hat nach einem umstrittenen Gastkommentar mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die Forderung eines republikanischen Senators nach dem Einsatz des Militärs, um auf die Protesten in den Vereinigten Staaten nach dem Tod von George Floyd durch Polizeigewalt zu reagieren, hatte innerhalb der Zeitung zu einer Revolte geführt und das Blatt in Erklärungsnot gebracht.

          Der Verleger der „New York Times“, Arthur Gregg Sulzberger, erklärte am Sonntag, die Zeitung sei Bennet für seine Leistung seit Mai 2016 dankbar. Sulzberger ging auf die Kontroverse um den Beitrag des Republikaners Tom Cotton nicht explizit ein. In einer Mitteilung an die Belegschaft bedauerte er nach Angaben der Zeitung jedoch, dass es in der vergangenen Woche eine „bedeutsame Panne“ in den internen Arbeitsabläufen der Redaktion gegeben habe.

          Die „New York Times“ hatte am Donnerstag bereits mitgeteilt, der Gastbeitrag von Senator Tom Cotton mit der Überschrift „Schickt die Truppen rein“ ( „Send In The Troops“) entspreche nicht den Standards der Zeitung. Cotton hatte unter anderem geschrieben: „Vor allem eines wird die Ordnung auf unseren Straßen wieder herstellen: eine überwältigende Machtdemonstration, um Gesetzesbrecher zu vertreiben, festzunehmen und schließlich abzuschrecken.“

          Bennet verteidigte seine Entscheidung anfänglich damit, dass es die Linie der Zeitung sei, auf ihren Meinungsseiten weltanschauliche Vielfalt widerzuspiegeln. Er sagte aber auch, dass er Cottons Kommentar vor der Veröffentlichung nicht gelesen habe. Rund achthundert Beschäftigte der „New York Times“ unterzeichneten eine Petition, in der sie gegen die Veröffentlichung von Cottons Beitrag protestierten. Nun wird die Journalistin Katie Kingsbury die Meinungsseite kommissarisch führen.

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