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Kommission gegen Fake News : Mehr Sichtbarkeit für echte Nachrichten im Netz

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Keine simplen Lösungen: Der Kampf gegen „Fake News“ im Netz erfordert gemeinsame Strategien. Bild: AFP

In Brüssel wächst die Sorge vor Fehlinformationen im Internet. Eine Expertengruppe der EU-Kommission hat nun einen Leitfaden zum Umgang mit „Fake News“ vorgelegt.

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          Im Kampf gegen Falschnachrichten hat das Anfang des Jahres eingesetzte Expertengremium der EU einen Kodex für soziale Netzwerke vorgelegt. Die Gruppe von Vertretern aus Wissenschaft, Medien und Online-Firmen wie Facebook, Google und Twitter legten der EU-Kommission an diesem Montag Vorschläge gegen die Verbreitung von Falschnachrichten vor. In ihrem Schlussbericht rieten die 39 Fachleute dazu, vertrauenswürdige Informationen herkömmlicher Medien sichtbarer und für Nutzer leichter zugänglich zu machen. Die Vorschläge nahm die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel entgegen. Sie will am 25. April erklären, welche Schlüsse die Kommission daraus zieht. Gesetzliche Vorgaben sind aber wohl nicht zu erwarten.

          Gegen Zensur und für Online-Bildung

          Alle am Informationsangebot im Internet Beteiligten sollten sich nach dem vereinbarten Verhaltenskodex richten und dabei mithelfen, Meinungsfreiheit im Internet zu erhalten, so die Autoren des Berichts. Dazu gehören Transparenz im Umgang mit Nutzerdaten, eine klare Kenntlichmachung von gesponsorten Inhalten, Instrumente zur Prüfung der Richtigkeit einer Nachricht und eine Anpassung der Werbe-Richtlinien, um missverständliche und irreführende Informationen zu vermeiden. Wichtig sei neben erhöhter Transparenz bei Online-Nachrichten auch, die Nutzer darin zu schulen, falsche Nachrichten leichter zu entdecken und sich im Umgang mit digitalen Medien zurechtzufinden. Von Zensur und „simplistischen Lösungen“ riet die Expertengruppe ab, kurzzeitige Lösungen seien gefragt.

          Der Begriff „fake news“ soll nach Einschätzung der Expertengruppe vermieden werden. Stattdessen empfiehlt sie, von Desinformation im Sinne von falscher oder irreführender Information zu sprechen. Die Vielfalt von Nachrichtenmedien in Europa, so die Verfasser, müsse erhalten bleiben. Europäische Behörden seien gefragt, die Entwicklung eines Netzwerk unabhängiger Zentren zu fördern, mit deren Hilfe sich Journalisten und Wissenschaftler über Techniken, Einfluss und Quellen von Fehlinformationen informieren können.

          Begleitend zu der Arbeit der Expertengruppe waren 26.000 EU-Bürger zu ihrem Umgang mit „Fake News“ befragt worden. Das Eurobarometer ergab, dass 83 Prozent der Befragten die Verbreitung von Halbwahrheiten und gezielten Falschmeldungen im Internet als Bedrohung der Demokratie wahrnehmen. Traditionelle Medien gelten der Umfrage zufolge nach wie vor als glaubwürdige Nachrichtenquellen: 70 Prozent nannten das Radio, 66 Prozent das Fernsehen und 63 Prozent die Printmedien. Onlinequellen allein vertrauten nur etwa 27 Prozent der Befragten.

          In Brüssel war zuletzt die Sorge vor Falschnachrichten im Netz gewachsen. Bei dem Leitfaden zum Umgang mit Informationen im Netz kam es darauf an, die Verantwortung der Plattformen und Nutzer, die Meinungsfreiheit und das Recht der Menschen auf verlässliche Information miteinander in Einklang zu bringen. Im Frühjahr 2019 soll geprüft werden, wie effektiv die Empfehlungen der Expertengruppe waren.

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