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Medienzar Vincent Bolloré : Ein Messias in Teufels Küche

Hat seine ganz eigene Agenda: der Medienmogul Vincent Bolloré Bild: AFP

Die Geister, die er rief: Vincent Bolloré herrscht in Frankreich über das größte Medienimperium. Er kämpft gegen Macron und für Eric Zemmour. Allmählich scheint er es sich jedoch anders zu überlegen.

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          Frankreichs Medien sind im Besitz von zehn Milliardären. Keiner hat sein Geld als Verleger verdient, kaum einer eine Zeitung oder einen Sender lanciert – mit Ausnahme von Vincent Bolloré. Bei den Zeitungen kontrollieren die großen Zehn 90 Prozent der Auflagen. Im Bereich von Radio und Fernsehen übersteigt ihr Anteil fünfzig Prozent. Die meisten sind von Staatsaufträgen abhängig. Bouygues – mit Europas größtem Privatsender „tf1“ – baut Autobahnen. Dassault – „Le Figaro“ – Flugzeuge und Waffensysteme, François Pinault und Bernard Arnault sind die reichsten Männer des Landes. Pinault kaufte das Magazin „Le Point“, um seinem Freund Jacques Chirac Schützenhilfe zu leisten. Arnault erwarb „Le Parisien“, um Nicolas Sarkozys Wahlkampf zu unterstützen. Neben dem Boulevardblatt gehört Arnault auch die führende Wirtschaftszeitung „Les Echos“.

          Jürg Altwegg
          Freier Autor im Feuilleton.

          Die Pressefreiheit ist nicht in Gefahr. Aber keines der von den Milliardären oder dem Staat finanzierten Organe rezensierte Éric Stemmelens Buch „Operation Macron“, in dem dessen Wahl als stille Ko-Produktion der Medienmilliardäre und „Chronologie eines friedlichen Staatsstreichs“ beschrieben wird.

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