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Medienkonzentration : DuMont Schauberg kauft Berliner Verlag

  • Aktualisiert am

Die „Berliner Zeitung” wechselt den Besitzer Bild: Andreas Pein

Der Berliner Verlag, zu dem die „Berliner Zeitung“ und die „Hamburger Morgenpost“ gehören, ist an den Verlag M. DuMont Schauberg aus Köln verkauft worden. Vor gut drei Jahren hatte die britische Mecom-Gruppe des Finanzinvestors David Montgomery die Verlagsgruppe übernommen.

          Der angeschlagene Medieninvestor Mecom hat sein deutsches Zeitungsgeschäft mit dem Flaggschiff „Berliner Zeitung“ für 152 Millionen Euro an den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg verkauft. Mit dem Erlös will Mecom nach Angaben vom Dienstag seine Schulden verringern. Die Gruppe mit ihrem umstrittenen Chef David Montgomery hatte in ganz Europa mehr als 300 Titel gekauft und ist damit in Schieflage geraten. Derzeit belaufen sich die Schulden auf über 600 Millionen Euro. Die Banken haben das Unternehmen vor drei Wochen mit einer Fristverlängerung bis Ende Februar vor dem sofortigen Aus zu bewahrt. Der Aktienkurs lag am Montag bei zwei Pence.

          DuMont ist der viertgrößte Zeitungsverlag Deutschlands und bringt unter anderem den „Kölner Stadt-Anzeiger“, das Kölner Boulevardblatt „Express“ und seit zwei Jahren die „Frankfurter Rundschau“ heraus. Die deutschen Beteiligungen von Mecom, darunter auch die Boulevardzeitungen „Hamburger Morgenpost“ und der „Berliner Kurier“, haben zusammen täglich eine Million Leser. Das Geschäft von Mecom in Deutschland habe 2007 einen operativen Gewinn von 17,6 Millionen Euro erzielt, hieß es. Zu Mecom gehört auch die Internet-Zeitung „Netzeitung“. Die Aktionäre der britischen Mecom und die deutschen Kartellbehörden müssten der Transaktion noch zustimmen.

          Spekuliert wird, dass Uwe Vorkötter, Chefredakteur, der „Frankfurter Rundschau“, die ebenfalls zu DuMont Schauberg gehört, Interimschefredakteur der „Berliner Zeitung“ werden könnte, deren Redaktion er bis Mai 2006 geführt hatte, als Mecom den Verlag übernommen hatte. Dass die Redaktionen der Blätter zusammengelegt würden, wird dementiert.

          Ein Verleger aus den Gründungsjahren der Bundesrepublik

          Der Kölner Zeitungsverlag M.DuMont Schauberg (MDS) ist einer der ältesten und größten in Deutschland. Bei MDS erscheinen die Abonnement-Zeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ sowie die „Mitteldeutsche Zeitung“ (Halle/Saale). Außerdem verlegt DuMont die Boulevardzeitung „Express“. 2006 übernahm der Kölner Verlag die „Frankfurter Rundschau“ und stellte sie auf Tabloid-Format um. Die fünf Zeitungen erzielten 2007 eine durchschnittliche verkaufte Auflage von knapp einer Million. Der Umsatz der Gruppe belief sich auf 626 Millionen Euro.

          Zu der Unternehmensgruppe gehören auch ein Buchverlag und Beteiligungen bei Radiobetreibern und Anzeigenblättern. Ein weiterer Wachstumskurs durch Zukäufe ist das erklärte Ziel des Aufsichtsratsvorsitzenden Alfred Neven DuMont, einer der exponierten Verleger-Persönlichkeiten aus den Gründungsjahren der Bundesrepublik. Der Verlag expandiert auch im Online-Bereich; unter anderem betreibt er den Internet-Sender ksta-tv.

          Im Jahr 2006 hatte Neven DuMont auch einen Anteil von 25 Prozent an der israelischen Zeitungsgruppe „Haaretz“ erworben. Dieser Einstieg sei für ihn weit mehr als eine Geldanlage, sagte er damals. „Da sind Emotionen in dieser Transaktion.“ Die Wurzeln des Verlags reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. 1802 erwarben Nikolaus DuMont und die Erben des Druckereibesitzers Gereon Arnold Schauberg die „Kölnische Zeitung“. Drei Jahre später heiratete Nikolaus DuMonts Neffe Marcus die Druckerei-Erbin Maria Katharina Schauberg. Aus dieser Verbindung entstand der heutige Name des Verlags.

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