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Medien in Russland : Nachrichten vom Kreml

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Putin sei „von der Größe seines Schaffens her“ nur mit Stalin vergleichbar, sagt Dmitrij Kisseljew. Der Generaldirektor von „Russland heute“ hat seinen Posten nicht ohne Grund Bild: AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin stellt die staatlichen Medien auf Propaganda um: Eine neue Nachrichtenagentur soll dem Ausland die Politik des Kremls schmackhaft machen.

          Der russische Präsident Wladimir Putin hat an diesem Montag mit einem Erlass die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti und den staatlichen Radiosender Golos Rossii geschlossen und an deren Stelle die Internationale Nachrichtenagentur Rossija Segodnja (Russland heute) ins Leben gerufen. Generaldirektor von „Russland heute“ wird Dmitrij Kisseljew, der zuletzt in der staatlichen Radio- und Fernsehholding WGTRK – zu dieser gehören sämtliche staatlichen Fernsehprogramme –, arbeitete und die Wochenchronik „Westi Nedjeli“ moderierte. Der Chef der Präsidialkanzlei, Sergej Iwanow, sagte, es sei die Aufgabe von „Russland heute“, dem Ausland die „unabhängige Politik Russlands, die in der beinharten Verteidigung der nationalen Interessen“ gründe, zu erklären. Russland müsse die Wahrheit zeigen und sie möglichst vielen Menschen in zeitgemäßer Sprache und mit modernster Technologie nahebringen.

          Beobachter glauben, dass nach dem zu urteilen, was sich Kisseljew bisher in seiner Sendung geleistet habe, mit einer neuen russischen Propagandawelle zu rechnen sei. Über seinen Mentor Putin hatte Kisseljew zu dessen 60.Geburtstag gesagt, dieser sei „von der Größe seines Schaffens her“ nur mit der Politik Stalins vergleichbar. Während der Zypernkrise verglich Kisseljew die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Enteignung der Juden unter Adolf Hitler. Kisseljew, der früher in der Ukraine im Privatsender des Oligarchen und Schwiegersohns von Präsident Leonid Kutschma, Wiktor Pintschuk, arbeitete, nahm das jüngste Aufbegehren in Kiew zum Anlass, abermals auf die dortige Opposition einzuschlagen.

          Die Proteste gegen den Präsidenten Janukowitsch entstellte er im russischen Fernsehen derart, dass ihm die ukrainischen Protestler den „Lügen-Oskar“ verliehen. Russische Fernsehteams der Staatskanälen werden dort immer wieder aufgefordert, wahrheitsgemäß über die Ukraine zu berichten. Wie Putin hatte Kisseljew in den siebziger Jahren die Leningrader Universität absolviert und danach begonnen, als Journalist im sowjetischen Rundfunk zu arbeiten. Er ging in die Ukraine und brachte es nach seiner Rückkehr in Putins Russland 2008 zum stellvertretenden Generaldirektor der WGTRK.

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