https://www.faz.net/-gqz-9u21d

Kabarettist gekündigt : MDR entlässt Uwe Steimle

  • Aktualisiert am

Der Kabarettist und Schauspieler Uwe Steimle. Bild: dpa

Mit seinen Äußerungen, die sich auch gegen den Mitteldeutschen Rundfunk richteten, sorgte der Kabarettist Uwe Steimle immer wieder für Kontroversen. Jetzt ist für den Sender das Maß voll, Steimle fliegt aus dem Programm.

          1 Min.

          Der Mitteldeutsche Rundfunk beendet seine Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle. Die Sendereihe „Steimles Welt“ werde 2020 nicht mehr fortgesetzt. Der MDR sehe keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Steimle. Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi sagte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Jedoch habe Steimle in öffentlichen Äußerungen wiederholt die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage gestellt, etwa in einem Interview mit der rechtsnationalen Zeitung „Junge Freiheit“ im Jahr 2018. Darin habe Steimle dem MDR unter anderem mangelnde Staatsferne vorgeworfen.

          Der MDR habe schon damals öffentlich klargestellt, dass diese Aussage für den Sender nicht akzeptabel sei. Mit Steimles „neuerlichen öffentlichen Vorwürfen gegen den MDR wegen mangelnder Loyalität des Senders ihm gegenüber ist nun der Punkt erreicht, der eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich macht“, sagte der Programmdirektor.

          Als Schauspieler ist Uwe Steimle einem breiten Publikum unter anderem als Kommissar Jens Hinrichs in der Fernsehreihe „Polizeiruf 110“ bekanntgeworden.

          Steimle ist in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik geraten. Kritiker werfen ihm neben einer Nähe zu der fremdenfeindlichen Dresdner „Pegida“-Bewegung auch Antisemitismus und Antiamerikanismus vor. Er trug öffentlich T-Shirts mit Slogans wie „Putin-Versteher“ oder „Kraft durch Freunde“ und ist Mitunterzeichner der „Erklärung 2018“ gegen „Masseneinwanderung“. Wiederholt beklagte Steimle zudem öffentlich die Zustände in Deutschland und verglich sie mit jenen in der späten DDR. Im Februar 2018 hatte ihm der Verein Friedensdekade nach Protesten und Populismusvorwürfen die Schirmherrschaft über die Ökumenische Friedensdekade entzogen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.