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Intendantenwahl an der Saar : Martin Grasmück wird Chef des Saarländischen Rundfunks

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Der neue Intendant des Saarländischen Rundfunks: Martin Grasmück. Bild: SR/Becker Bredel

Der Saarländische Rundfunk hat einen neuen Intendanten: Martin Grasmück, zurzeit stellvertretender Programmdirektor, errang bei der Wahl eine deutliche Mehrheit. Einer seiner beiden Konkurrenten war vorher ausgestiegen.

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          Der Journalist und Medienmanager Martin Grasmück wird neuer Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR). Der Rundfunkrat wählte ihn am Dienstag in das höchste Amt des öffentlich-rechtlichen Senders, wie die Vorsitzende des Gremiums, Gisela Rink, nach der Wahl in Saarbrücken sagte.

          Grasmück ist zurzeit stellvertretender Programmdirektor beim SR. Seine Mitbewerber für die Wahl waren SR-Chefredakteurin Armgard Müller-Adams und ARD-Chefredakteur Rainald Becker. Grasmücks Amtszeit beginnt am 1. Mai und dauert sechs Jahre.

          Nach seinem Wahlsieg sagte der künftige Intendant: „Mit einer Zweidrittelmehrheit gewählt zu werden, ist ein toller Erfolg für mich - auch für mein Konzept, mit dem ich angetreten bin.“ Er nehme den Auftrag sehr gerne an. „Diesen Auftrag, den SR in eine gute Zukunft zu führen, in eine digitale Zukunft, aber vor allen Dingen auch als eigenständige Landesrundfunkanstalt für das Saarland, für die Menschen in der Großregion zu erhalten.“ Gleichzeitig wolle er, dass der SR seinen Beitrag im föderalen Verbund der ARD auch künftig aktiv einbringen und aktiv dort mitarbeiten werde. Grasmück betonte: „Das ist mir ganz wichtig, denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein ganz wichtiger Grundpfeiler für unser demokratisches System, für unsere Gesellschaft. Das müssen wir tagtäglich immer wieder neu unter Beweis stellen. Und der SR wird seinen Teil dazu beitragen.“

          Die Wahl war notwendig geworden, weil der seit 2011 amtierende Intendant Thomas Kleist (65) Ende April aufhört. Eigentlich hätte seine Amtszeit noch zwei Jahre gedauert. Er begründete seinen Schritt unter anderem damit, dass er den Staffelstab an die jüngere Generation weitergeben wolle.

          Grasmück bezeichnet sich selbst als „Hausgewächs“ des SR. 1992 begann alles noch während seiner Studienzeit mit einer Mitarbeit - seit mehr als 13 Jahren ist er in Führungspositionen tätig. Der stellvertretende Programmdirektor steht für Innovation, etwa im Popwellenbereich oder mit Angeboten im Netz für jüngere Leute. Grasmück kennt neben der journalistischen Seite auch die Verwaltungs- und geschäftsführende Ebene. Er war etwa von 2008 bis 2015 Leiter der Abteilung Intendanz, zunächst unter Intendant Fritz Raff und dann unter Kleist.

          Am Montag hatte die Wahl unter den drei Kandidaten noch kein Ergebnis gebracht, weil die nötige Zweidrittel-Mehrheit gefehlt hatte. Am Dienstag hatte bei der Fortsetzung dann zunächst Becker seine Bewerbung zurückgezogen. Am Ende entfielen auf Grasmück den Angaben zufolge 26 Stimmen - damit war sein Sieg klar. 38 von 39 Mitgliedern des Rundfunkrats hatten sich bei der Wahl beteiligt.

          Die Rundfunkratsvorsitzende Rink sprach von einem „sehr sehr guten Ergebnis“ im siebten Wahlgang. Sie wünsche Grasmück „alles Gute, viel Erfolg und eine gute Hand“ und kündigte an, „konstruktiv aber auch kritisch“ mit ihm zusammenarbeiten zu wollen, denn dies sei die Aufgabe der Gremien.

          Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte zum Wahlergebnis des Rundfunkrats: „Ich bin davon überzeugt, dass Martin Grasmück die richtige Person zur rechten Zeit ist, um den Saarländischen Rundfunk auch in möglichen unruhigen Zeiten in die Zukunft zu steuern.“

          Der Saarländische Rundfunk beschäftigt rund 620 Mitarbeiter auf 544 Planstellen sowie knapp 200 freischaffende Mitarbeiter (feste Freie). Der öffentlich-rechtliche Sender gehört mit Radio Bremen zu den kleinsten der neun ARD-Anstalten. Die finanzielle Situation beider Sender gilt schon länger, aber vor allem seit der durch Sachsen-Anhalt blockierten Erhöhung des Rundfunkbeitrags von 17,50 Euro auf 18,36 Euro als angespannt.

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