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Litauischer Regisseur : Von den Russen in Mariupol hingerichtet

Mantas Kvedaravičius Bild: Imago

Sein Film „Mariupolis“ war 2016 auf der Berlinale zu sehen. Nun drehte der litauische Filmregisseur Mantas Kvedaravičius wieder in der belagerten Stadt. Er wurde von russischen Soldaten gefangen genommen und dann getötet.

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          Der litauische Filmregisseur Mantas Kvedaravičius ist in der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol von russischen Soldaten gezielt getötet worden. Er kam nicht, wie es zunächst hieß, bei einem Beschuss ums Leben. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, drückte in einem Brief an seinen litauischen Kollegen Gitanas Nauseda wegen der „Ermordung durch die russischen Besatzer“ sein Beileid aus. Er sei überzeugt, dass Kvedaravičius, „der den mutigen Weg gewählt hat, der Wahrheit und der Freiheit des Wortes zu dienen, auf ewig in unseren Herzen fortleben wird“.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Der Regisseur hatte in „Mariupolis“ schon die Kämpfe von 2014 mit prorussischen Einheiten in der Stadt festgehalten; der Film war 2016 auf der Berlinale zu sehen. Jetzt wollte Kvedaravičius offenbar eine Fortsetzung drehen. Russische Soldaten nahmen ihn fest; sie erschossen ihn vermutlich am 2. April. Eine erste Schilderung, wonach er von einer Rakete getroffen wurde, ist offenbar unzutreffend. Der Frau des Regisseurs gelang es, den Sarg ihres Mannes auf dem Landweg nach Litauen zu bringen, wie das Portal delfi.lt berichtete. Kvedaravičius hatte auch den Film „Barzakh“ über das Verschwindenlassen von Menschen in Tschetschenien gedreht. Der 1976 geborene Regisseur, der in Cambridge in Sozialanthropologie promoviert wurde, hinterlässt neben seiner Frau zwei Kinder.

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