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Der Mordfall Ján Kuciak : Eine Mafia-Recherche wurde ihm zum Verhängnis

Trauer um einen jungen Reporter: Vor dem Newsroom des Online-Portals Aktuality.sk entzündet ein Mann eine Kerze vor dem Porträt des ermordeten Journalisten Ján Kuciak. Bild: AFP

Ermittlungen zum Mord am slowakischen Reporter Ján Kuciak: Er arbeitete an einer Geschichte über die Aktivitäten der süditalienischen ’Ndrangheta in der Slowakei.

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          Ján Kuciak, der ermordete slowakische Journalist, hat vor seinem Tod über Verbindungen des italienischen organisierten Verbrechens in die Slowakei recherchiert. Das gab das Online-Portal „Aktuality.sk“ bekannt, für das Kuciak tätig war. Er habe mehr als ein Jahr an einer Geschichte über die Aktivitäten der süditalienischen ’Ndrangheta in der Slowakei gearbeitet, einschließlich ihrer Verbindungen zu Spitzenpolitikern, sagte Marek Vagovič von „Aktuality.sk“ der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Portal beabsichtige, den Artikel zu veröffentlichen. Nach Angaben der slowakischen regierungskritischen Tageszeitung „Sme“ ging es in den Recherchen Kuciaks um Verbindungen der ’Ndrangheta zu einer Mitarbeiterin von Ministerpräsident Robert Fico. Das slowakische Nachrichtenportal „postoj.sk“ berichtete, ein Netz von Firmen der italienischen Mafia sei vor allem im Osten der Slowakei aktiv, wo es mehrere Millionen Euro aus europäischen Landwirtschaftsfonds an sich gezogen habe.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Die slowakische Polizei will zur Aufklärung des Doppelmordes – zusammen mit Kuciak war dessen Freundin in ihrer gemeinsamen Wohnung erschossen worden – eng mit den italienischen und auch mit den tschechischen Behörden sowie mit Europol zusammenarbeiten, wie Polizeipräsident Tibor Gašpar am Dienstag mitteilte. Worin die Verbindung des Falls nach Tschechien besteht, wollte er nicht mitteilen. Die Spitzen des slowakischen – und auch des tschechischen – Staates hatten mit Abscheu und Empörung auf die Bluttat reagiert. Die Regierung in Pressburg (Bratislava) setzte eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise auf den oder die Täter aus.

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