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Luxusprobleme der ARD : Doppelwhopper

Die teure Doppellösung - Ingo Zamperoni und ein fliegender Thomas Roth? Bild: dpa

Während Journalisten im öffentlichen Rundfunk Griechenlands reihenweise ihren Job verlieren, stößt auf, dass die ARD in der „Tagesthemen“-Nachfolgefrage komfortabel selbst Proporz-Gründen folgen könnte.

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          Wenn es so kommt, wie der „Tagesspiegel“ spekuliert, zeigt die ARD einmal mehr, wie weit wir von griechischen Verhältnissen entfernt sind. Dort wird - ohne dass die EU dies verlangt hätte - der öffentliche Rundfunk abgeschaltet, 2700 Leute verlieren ihren Job. Im hiesigen öffentlich-rechtlichen System werden währenddessen die Posten doppelt besetzt. Die Doppellösung hätten wir in diesem Fall bei den „Tagesthemen“.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Tom Buhrow moderiert die Sendung am Sonntag zum letzten Mal, dann geht es für ihn als neuen Intendanten des WDR von Hamburg nach Köln. Seine bisherige Aufgabe - so die Spekulation, welche die ARD auf Anfrage nicht kommentieren will - könnten sich dann gleich zwei Kollegen teilen: Ingo Zamperoni, der jetzt schon das „Nachtmagazin“ im Ersten moderiert, und Thomas Roth, der Korrespondent in New York. Beiden würde wohl niemand so schnell die Eignung für den Job absprechen. Dass sie als Tandem gehandelt werden, hat jedoch weniger damit zu tun, dass man sich zwischen ihnen nicht entscheiden könnte, sondern mit dem ARD-internen Senderproporz, der schon beim Hickhack um die Talkshows im ersten Programm eine wichtige Rolle gespielt hat.

          Beim ZDF machen sie es auch

          Die beiden Moderatorenposten bei den „Tagesthemen“ werden nämlich traditionell vom NDR und vom WDR besetzt. Caren Miosga, die Moderatorin ist und bleibt, hat der NDR unter Vertrag, von dort kommt auch Zamperoni, Roth vom WDR. Doch käme er, müsste er jeweils eigens aus Washington eingeflogen werden - so könnte er Korrespondent und Teilzeitmoderator sein. Davon hätten dann alle etwas, bis auf - die Gebührenzahler. Diejenigen also, die seit dem 1. Januar den neuen Rundfunkbeitrag zahlen müssen, der einzig und allein aus dem Grund erfunden worden ist, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf alle Zeit ein gesichertes finanzielles Fundament zu verschaffen, ganz unabhängig davon, ob man ihn nutzt oder nicht oder überhaupt nutzen will.

          Er ist da, schön und groß, hat zehnmal so viel Mitarbeiter wie das griechische Pendant, zurzeit 7,5 Milliarden Euro pro Jahr aus den Gebühren und sichert - wir zitieren den WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn sinngemäß - die Demokratie („Demokratie-Abgabe“). Und da wäre es natürlich kein Problem, einen Posten doppelt und dreifach zu verteilen, inklusive Flugkosten. Beim ZDF machen sie es schließlich im „heute journal“ mit dem Israel-Korrespondenten Christian Sievers als Ergänzung zu Marietta Slomka und Claus Kleber genauso. Käme es mithin, wie die Kollegen mutmaßen, handelte Tom Buhrow (der seinen Nachfolger selbst beruft) als neuer Intendant nach den alten Maßstäben des hiesigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, denen keine Euro- oder Schuldenkrise etwas anhaben kann. Wo Speck ist, da ist auch die Schwarte, die man hinterherwerfen kann. Immer nur her mit dem Doppelwhopper. Schließlich geht es hier ja nur um einen Job mehr, nicht um 2700 weniger wie in Athen.

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