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Virtuelle Zeitreisen : Wanderer, kommst du nach Luxemburg

Aussichtsreich: Während der (realen) Busfahrt über den Festungsring kann man die Perspektive, das Gefährt und, wie hier zu sehen, ins Jahr 1867 wechseln. Bild: Urban Timetravel

Virtuelle Reisen sind nicht neu. In Luxemburg ist man nun aber real und virtuell zugleich unterwegs – im Hier und Jetzt und im Damals.

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          Wer Touristen beobachtet, möchte meinen: Bildschirme ruinieren die Welterfahrung. Statt mit eigenen Augen zu sehen und mit allen Sinnen einzutauchen in eine fremde Umgebung, hält der Mensch von heute sich ein Smartphone oder Tablet vors Gesicht und nimmt, was leibhaftig vor ihm liegt, als digitales Simulacrum wahr. An Stelle von Erlebnissen sucht er visuelle Trophäen fürs Internet, die dann Instagram-Trends generieren, welche an einst verschwiegene Orte Massen locken, die nichts anderes wollen, als dort ein cooles Foto nachzustellen. Reisen bildet – diese alte Weisheit hat seit der Verbreitung des Smartphones einen neuen Sinn bekommen.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Was wird erst Virtuelle Realität (VR), die Technik, die optisch totale Immersion verspricht, mit dem Reisen anstellen? Wird sie Touristen, denen Unternehmen wie Thomas Cook schon jetzt ermöglichen, mit VR-Brille Hotelzimmer zu inspizieren, Kreuzfahrtschiffe zu erkunden und Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen, die Lust am Unterwegssein verderben, weil es schöner als im Schutz der Datenbrille vor Ort nicht sein kann? Ruiniert VR die Wertschätzung für das Hier-und-jetzt-anderswo-Sein?

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