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Lokalblatt aus Iowa : Ein Pulitzer-Preis für die Provinz

  • -Aktualisiert am

Art Cullen (Mitte) mit seinem Sohn Tom (links) und seinem Bruder John Bild: AP

Sein Büro ist „ein graues Metallwrack“ in einem Kaff in Iowa. Aber der Journalist Art Cullen schrieb dort einen Leitartikel, der ihm den wichtigsten Journalisten-Preis einbrachte.

          Nord-West Iowa, Nordamerika. In einem 10.000-Seelen-Städtchen veröffentlichen die Brüder John und Art Cullen zweimal wöchentlich die 3000 Exemplare starke „Storm Lake Times“. New York, Columbia Universität am 10. April. Mike Pride verkündet die Träger der bedeutendsten amerikanischen Journalismus-Preise. Darunter ist auch Art Cullen, der den Pulitzer-Preis für den besten Leitartikel erhält. Auf die Frage, wie der Moment für ihn war, als sein Name verkündet wurde, antwortet Cullen dem Poynter Institute: „Ich begann zu schreien 'Wir haben gewonnen' und mein Bruder dachte, ich wäre verrückt geworden“.

          Die „Storm Lake Times“ wurde 1990 von John Cullen gegründet und beschäftigt nur zehn Redakteure, unter ihnen auch John Cullens Frau Mary, Art Cullens Frau Dolores und deren Sohn Tom. Sogar ihr Hund Mabel ist die meiste Zeit über im Büro anwesend. Dass sich dieses Familienunternehmen gegen die beiden anderen Finalisten, den „Houston Chronicle“ und die „Washington Post“, durchzusetzen vermochte, kann man als kleine Sensation ansehen. Der Großteil der Preise geht an renommierte Zeitungen oder journalistische Netzwerke. In der „Storm Lake Times“ veröffentlichte Art Cullen mehrere Artikel über die Umweltverschmutzung durch große Landwirtschaftsunternehmen, für die er am Montag ausgezeichnet wurde. Er deckte darin auf, dass die landwirtschaftlichen Verbände der Region die Verteidigung des Landkreises bezahlten, der wegen der hohen Verschmutzung des Trinkwassers vom Wasserwerk angeklagt wurde.

          Landwirtschaft in Iowa: Ein Bauer versprüht Mittel gegen Insekten und Pilze.

          Die Internetseite der „Storm Lake Times“ mutet wie die einer typischen Lokalzeitung an. Neben der Meldung, Art Cullen habe den Pulitzer-Preis gewonnen, sieht man Berichte über eine Zuflucht für Katzen und den Fund eines vierblättrigen Kleeblatts durch eine Zweitklässlerin. Außerdem den obligatorischen Beitrag zur Ostereier-Suche und lokale Meldungen aller Art. Aber es gibt beispielsweise auch einen Kommentar mit dem Titel: „Trump sieht Wichtigkeit von Diplomatie nicht“ – trotz der hohen Prozentzahl an Trump-Befürwortern in Iowa. Ebenso gibt es Artikel über die Pläne der amerikanischen Regierung bezüglich des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta.

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          „Es gibt keinen Grund, wieso ein Artikel, der in Iowa geschrieben wurde, nicht so gut sein soll wie ein Artikel aus Washington“, zitiert der „Guardian“ den Preisträger. Sein Büro sei zwar ein graues Metallwrack, in dem sich die Zeitungen stapeln, so erzählt Art Cullen im Interview mit dem „Poynter“. Aber guter Journalismus werde überall im Land gemacht.

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