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Renommierte Auszeichnung : Pulitzer-Preis für kleine Lokalzeitung aus Iowa

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Die Homepage der Storm Lake Times nach der Verkündung der Pulitzer-Preise Bild: Screenshot/www.stormlake.com

Für die Recherche über das Vorgehen von Landwirtschafts-Unternehmen erhält ein Blatt mit nur zehn Redakteuren den renommierten Pulitzer-Preis. Über die Auszeichnung eines Journalisten-Netzwerkes für die Enthüllung der „Panama Papers“ freut sich auch eine deutsche Zeitung.

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          Die Regeln sind eindeutig: „Im Journalismus-Wettbewerb können Bewerber jegliche Nationalität haben, aber ihre Arbeit muss in Zeitungen, Magazinen oder regelmäßig veröffentlichenden Webseiten aus den Vereinigten Staaten erschienen sein“, heißt es in den Statuten des Pulitzer-Preises. Deutsche Medien können diese renommierte Auszeichnung also eigentlich gar nicht gewinnen, aber die „Süddeutsche Zeitung“ kam jetzt so nah dran wie wohl nur irgend möglich. Für die Enthüllung der „Panama Papers“, an der die Zeitung maßgeblich beteiligt war, wurde am Montag unter anderem das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ) mit dem Pulitzer-Preis geehrt. Unter dessen 190 Mitgliedern aus mehr als 65 Ländern sind auch die Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“, die an der Enthüllung der „Panama Papers“ mitgearbeitet haben.

          Indirekt gehöre die Ehrung allen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride. „Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war.“ Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

          Seriöser Journalismus „wichtiger denn je“

          Für eine große Überraschung sorgte die Jury jedoch mit der Verleihung des Pulitzer-Preises für die beste ausdauernde Recherche: Statt renommierter Zeitungen wie der „New York Times“ oder der „Washington Post“ ging der Preis an den Herausgeber der Lokalzeitung „The Storm Lake Times“ aus Iowa, Art Cullen. Das Blatt besitzt eine Auflage von lediglich 3000 Exemplaren und gehört Cullen und seinem Bruder John. Auch seine Frau und und sein Sohn arbeiten in der Redaktion, die lediglich aus zehn Personen besteht. Cullen erhielt den Preis für seine Leitartikel und Berichte in denen er gegen das Vorgehen zahlreicher Landwirtschaftsunternehmen in seinem Bundesstaat argumentiert.

          Neben diesem Preis und den „Panama Papers“ stand vor allem die Berichterstattung rund um die Wahl des umstrittenen amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Fokus der diesjährigen 101. Pulitzer-Preise. Die Debatten um „Fake News“ habe deutlich gemacht, dass seriöse und fundierte Berichterstattung „wichtiger denn je“ sei, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums Pride.

          So gewann der Reporter David Fahrenthold von der „Washington Post“ den Pulitzer-Preis in der Kategorie „Nationale Berichterstattung“. Seine „beharrliche Berichterstattung“ habe ein „positives Beispiel für transparenten Journalismus“ in Wahlkämpfen aufgestellt und gleichzeitig die von Trump immer betonte Großzügigkeit bei Spenden an Wohltätigkeitsorganisationen in Frage gestellt, hieß es in der Begründung.

          Peggy Noonan vom „Wall Street Journal“ bekam die Auszeichnung in der Kategorie „Kommentar“ – „für wunderschön zusammengestellte Kolumnen genau zum richtigen Zeitpunkt, die die Leser während eines der spaltendsten Wahlkämpfe in der Geschichte unseres Landes mit den gemeinsamen Werten aller Amerikaner verknüpft haben“.

          Der „Washington Post“-Journalist David Fahrenthold (r.) wird am Montag von seinen Kollegen für den Gewinn des Pulitzerpreises beglückwünscht.

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