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Lobbyarbeit : Ex-MDR-Chefredakteur übernimmt Lobbyarbeit für RT

Wolfgang Kenntemich ging 2011 als MDR-Chefredakteur in den Ruhestand. Bild: Picture-Alliance

Wolfgang Kenntemich will dem vom russischen Staat finanzierten Sender „RT Deutsch“ zu einer Sendelizenz verhelfen.

          Es gebe Meldungen, schrieb Kai Diekmann am Donnerstag auf Twitter, „die sind so absurd, dass man sich innigst wünscht, dahinter möge doch bitte @Der-Postillon stecken.“ Sein einstiges Blatt, die „Bild“ hatte am selben Tag gemeldet, dass der frühere MDR-Chefredakteur, Direktor des „Europäischen Instituts für Qualitätsjournalismus“ und Honorarprofessor am „Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft“ der Universität Leipzig, Abteilung Journalistik, Wolfgang Kenntemich, dem Online-Sender „RT Deutsch“ „zu einer Sendelizenz im TV verhelfen“ soll.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Der Sender ist Teil von RT (ehemals Russia Today), des vom Staat finanzierten russischen Auslandsrundfunks. Die „Bild“ beruft sich auf eine E-Mail, in der Kenntemich schreibe, er sei im Auftrag einer Anwaltskanzlei dabei, einen „Beirat“ für RT Deutsch ins Leben zu rufen. Des weiteren weise er angeblich daraufhin, dass im Fall der Erteilung einer Sendelizenz Repressalien gegen die Deutsche Welle in Russland abgemildert würden. Bei Nachfragen könne man sich an ihn und den RT-Chefredakteur Ivan Rodionov wenden.

          Auf Anfrage dieser Zeitung, ob er für „RT Deutsch“ wirkt, antwortete Kenntemich: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich grundsätzlich zu Mandaten und Mandanten nicht äußern werde. Ebenso werde ich mich nicht zu einer Mail einlassen, die von mir nicht öffentlich gemacht wurde. Vielleicht fragen Sie ja ,Bild’, wie sie sich die Mail verschafft haben.“ Was den Inhalt der Mail angeht, darf man das wohl als Bestätigung auffassen.

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