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Lisa Vicari aus „Dark“ : Wie wird man das deutsche Netflix-Gesicht?

  • -Aktualisiert am

Louis Hofmann und Lisa Vicari in einer Szene der deutschen Netflix-Serie „Dark“. Bild: dpa

Lisa Vicari ist 23 Jahre alt und prägt als Hauptdarstellerin in „Dark“ und „Isi & Ossi“ sowohl die erste deutsche Serie als auch den ersten deutschen Spielfilm auf Netflix. Und das ist erst der Anfang. Ein Porträt.

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          Die Serie „Dark“ war 2017 die erste deutsche Produktion überhaupt, die auf Netflix startete. Und nicht nur deshalb wurde so viel über sie gesprochen, sondern vor allem weil sie eine düstere, spannende Thrillerserie über verschobene Zeitebenen war – eine, der man das Herkunftsland so gar nicht ansah und die im Ausland sogar noch erfolgreicher war. Im Februar dieses Jahres folgte dann die erste Spielfilmproduktion von Netflix aus Deutschland: „Isi & Ossi“, eine gelungene Aktualisierung der klassischen Liebeskomödie.

          Hier der Thriller, dort die Romantic Comedy: zwei Produktionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Eines aber haben sie gemeinsam: Lisa Vicari, dreiundzwanzig Jahre alt. Sie ist das deutsche Netflix- Gesicht. Sie wurde schon mit dem New Faces Award für Nachwuchsfilmstars ausgezeichnet und wird nächstes Jahr in dem Kinofilm „Hannes“ zusammen mit Hannelore Elsner zu sehen sein. In der dritten und letzten Staffel von „Dark“, die nun gestartet ist, wird sie zur Hauptfigur der Geschichte. Wer also ist die junge Frau?

          Ganz normale Studentin in Seminaren

          Lisa Vicari sitzt für das Videointerview in ihrer Berliner Wohnung vor einer weißen Wand, auf der einen Seite ist ein Fenster zu sehen, auf der anderen eine Lichterkette. Draußen vor dem Haus ist es grün: ein Vorteil, wenn man, wie sie im Moment, die Tage zu Hause und mit Zoom-Konferenzen verbringt. Und zwar nicht, um Interviews zu geben, sondern um als ganz normale Studentin an Seminaren teilzunehmen, „als eine von fünfzig anderen“. Sie studiert in Potsdam Europäische Medienwissenschaft. Vicari schätzt die Regelmäßigkeit des Studiums, gerade für die Phasen zwischen den Dreharbeiten. „Es ist manchmal schwierig, die Ablehnung auszuhalten, mit der man gezwungenermaßen immer wieder konfrontiert wird. Ist ja nicht so, dass ich jetzt, weil ich ‚Dark‘ gemacht habe, auf einmal jede Rolle bekomme, für die ich vorspreche.“

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          Der Pony, der ihre Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Jennifer Lawrence akzentuiert und den sie in „Isi & Ossi“ und auch in der neuen Staffel von „Dark“ trägt, ist herausgewachsen. Ihre Haare sind lang und glatt, ihr Gesicht so freundlich und ebenmäßig, wie man es aus ihren Produktionen kennt. Sie ist eher ein unauffälliger als ein spezieller Typ. Anpassungsfähig, zurückhaltend, höflich und diplomatisch. Sie ist eine beeindruckende Schauspielerin, deren Erfolg darauf beruht, dass sie so viele gegensätzliche Rollen spielen kann, weniger darauf, dass sie jede Figur durch ihre Eigenheit prägt.

          Und tatsächlich: Auch mal die Stimme zu heben, etwa um einen Streit zu spielen, das musste sie für die Filmarbeit erst trainieren. „Ist ja nicht so, dass ich mit unterdrückten Aggressionen herumrenne. Mir ist privat einfach nicht danach, zu schreien.“ Eine große Professionalität sei ihr wichtig und Harmonie am Set.

          Aufgewachsen ist Vicari in München. In einer Ärztefamilie, aber „ohne Verbindungen zur Filmszene“, das betont sie. Als sie zehn oder elf Jahre alt war, nahm sie mit einer Freundin an einem Improtheaterkurs teil, der Folgen hatte: „Es war nur ein Wochenende, aber ich wusste danach, dass es das ist, was ich machen möchte!“ Also verkündete sie ihren Eltern zu Hause, dass sie Schauspielerin werden will. „Irgendjemand kannte jemanden, der sich an der Hochschule für Film und Fernsehen bewerben wollte. Ich hab ihm geschrieben und konnte dann in seinem Kurzfilm dabei sein.“ Die HFF München blieb ihre wichtigste Anlaufstelle. „Ich habe dort einen Steckbrief von mir aufgehängt und daraufhin für Rollen in Kurzfilmen vorgesprochen.“ Die Filme wurden immer größer, die Rollen auch: 2010 „Hanni und Nanni“, ein Jahr später der dystopische Thriller „Hell“. Sie ging weiter zur Schule, 2017, kurz nach dem Abi, kam der Berliner „Tatort“ – und dann gleich „Dark“.

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