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Letzte Staffel „Danni Lowinski“ : Für die Anwältin mit der Stoppuhr wird es Zeit

Danni Lowinski (Anette Frier) vertieft sich in letzte Fälle Bild: SAT.1

Auch die Hauptdarstellerin wünscht das Ende: Bei Sat.1 beginnt die fünfte und letzte Staffel von „Danni Lowinski“. Mehr hätten es auch nicht sein dürfen.

          Vor den Damen und Herren der Presse hat Annette Frier die von ihr gespielte Danni Lowinski schon einmal verabschiedet. Es sei an der Zeit, schreibt uns die Schauspielerin, dass sich der Traum der Ein-Euro-Anwältin, die im Untergeschoss einer Kölner Einkaufspassage praktiziert, erfülle: eine eigene Kanzlei mit Blick auf den Dom. Träume, so Annette Frier (oder wahrscheinlich eher die Pressestelle von Sat.1), „sollen wahr werden. Wenigstens im Fernsehen. Das sind wir den Zuschauern schuldig.“

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Träume erfüllt, Zeit für die Rente, Ende der Serie: Die heute Abend beginnende, fünfte Staffel von „Danni Lowinski“ ist die letzte. In fünf Jahren „verdichteter Fernsehdramaturgie“, lesen wir bei Annette Frier noch, passiere „ungefähr so viel wie in fünfzig Jahren Echtzeit in einem kleinen Menschenleben“. Da dürfe man doch „getrost in Rente“ gehen. Das Märchen ist vorüber. Ob es märchenhaft endet, werden wir noch erfahren.

          Büroschlaf ist der gesündeste Schlaf: Danni Lowinski muss zuhause ein Neugeborenes hüten. Sie kompensiert es am Arbeitsplatz.

          Denn wenn wir es richtig sehen, zählt zu den Träumen der Danni Lowinski auch ein irgendwie erfülltes Privatleben, am besten mit der großen Liebe. Um die, beziehungsweise die Männer, die es sein könnten, geht es in der Serie schließlich auch. Und um die Frauen, die am liebsten ohne Männer auskämen. Geht Danni Lowinski auch in dieser Hinsicht in Pension?

          Zunächst einmal geht es um einen Neubeginn. Danni hat bekanntlich ihre Freundin Bea (Nadja Becker) geheiratet, was nicht bedeutet, dass die beiden nichts mehr mit Männern im Sinn hätten. Im Gegenteil, die Aufgabenverteilung ist nur etwas ungewöhnlich. Bea ist im neunten Monat schwanger. Wenn sie Mutter wird, wird Danni also Vater, wobei es an hilfreichen und im entscheidenden Augenblick dann auch gerne hilflosen Onkeln (Opa Kurt, die Freunde Nils und Orkan, Pit, der Zuhälter) im erweiterten Familienkreis nicht mangelt.

          Zeit aufzuhören

          Aber erst steht der Umzug ins Reihenhaus an, den interessierten Blick der Nachbarn auf die neu ankommende „Regenbogenfamilie“ kann man sich leicht ausmalen. Kurt (Axel Siefers) verbringt seine Tage fortan am Grill im Garten und räuchert das Viertel schon morgens um acht ein. Danni geht zur Arbeit, Bea hütet das Haus. In dem sich aber bald Pits komplette Belegschaft zu einer Party einfindet, wie sie in dieser Gegend nicht die Regel ist. Die hier zu feiernde Geburt, so viel darf man verraten, wird mit allen Mitteln des Slapsticks als grundstürzendes Ereignis inszeniert.

          Es bleibt also alles beim Alten, nur die Konstellationen und Kulissen wandeln sich. In jeder Episode lässt der Drehbuchautor Marc Terjung Danni Lowinski einen Fall verhandeln. Die Fälle entsprechen dem Zeitgeist, oft geht es darum, familiäre Verhältnisse zu definieren. Das geht sehr häufig sehr glatt, zu glatt, wie in der ersten Episode der fünften Staffel, die davon handelt, dass eine einst drogenabhängige Prostituierte sich das Umgangsrecht mit ihrem Sohn erstreitet, den sie einst weggab.

          Die Fälle wiederholen sich, das Männerkarussell dreht sich im Kreis. Nach wie vor schwirren Pit (Dirk Borchardt), der Anwalt Oliver (Jan Sosniok) und der Richter August von Grün (René Steinke) um Danni herum. Ob das jemals zum Halten kommt? Nach fünf Staffeln und mit Blick auf die letzten dreizehn Folgen, in denen Sat.1 eine ganze Reihe von Gaststars aufbieten wird, muss man sagen: Für die Anwältin mit der Stoppuhr wird es wirklich Zeit.

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