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Leistungsschutzrecht : Auch Springer gibt im Kampf gegen Google nach

  • Aktualisiert am

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer Bild: dpa

Die vier Springer-Titel im Netz verzeichnen deutlich weniger Nutzer, die über Google News auf ihre Seiten kommen. Aufs Jahr gerechnet sieht der Konzernchef Döpfner Umsatzeinbußen im siebenstelligen Bereich. Und lenkt ein.

          Der Axel-Springer-Verlag streckt im Kampf gegen Google die Waffen. Man werde dem amerikanischen Konzern ab sofort erlauben, Pressetexte von Springer-Medien kostenlos im Internet in der Google-Suche anzuzeigen, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner an diesem Mittwoch. Denn zuletzt habe Google die Darstellung bei vier Springer-Titeln, darunter „Welt.de“, deutlich eingeschränkt.

          In den vergangenen zwei Wochen seien dadurch deutlich weniger Internet-Nutzer auf Webseiten der betroffenen Medien weitergeleitet worden. „Bei Google-News ist der Traffic um rund 80 Prozent eingebrochen“, betonte Döpfner. Der finanzielle Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze hätte sich - bezogen auf das Gesamtjahr - im siebenstelligen Bereich pro Marke bewegt.

          „Würden wir das fortsetzen, schießen wir uns aus dem Markt“, sagte Döpfner. Er betonte, die Daten zeigten die Marktmacht von Google. Der Konzern hebele damit das sogenannte Leistungsschutzrecht aus. Diese Regelung hatte Verlagen faktisch ermöglicht, Geld von Suchmaschinenbetreibern zu fordern, die bestimmte Textteile der Pressehäuser im Internet verwerten. Google lehnt dies jedoch ab. Der Konzern hatte die verkürzte Darstellung von Texten angekündigt, um die Risiken wegen einer Klage der VG Media zu minimieren. Denn die Verlage halten juristische Schritte gegen Google aufrecht. Zuletzt hatten mehrere Verlage und ihre Verwertungsgesellschaft VG Media jedoch die Forderung nach Geld aufgegeben, da sie Einbrüche bei Umsatz und im Ergebnis fürchteten.

          Google argumentiert, dass die Verlage durch die Weiterleitung über die Google-Suche Geld über Werbung verdienen. Döpfner sagte, das Nachgeben von Springer sollte nun Anlass geben für Politiker, Gerichte und Kartellexperten, die Angelegenheit unter die Lupe zu nehmen.

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