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Lawrows Propaganda in Italien : Und dann vergleicht er Selenskyj mit Hitler

Sergej Lawrow doziert, Moderator Guiseppe Brindisi hört zu. Bild: Rete4 Mediatset/Screenshot F.A.Z.

In der Sendung „Zona Bianca“ des Berlusconi-Senders Rete4 hetzt der russische Außenminister Lawrow gegen die Ukraine. Der Moderator lässt ihn machen. Das sei ein Zeitdokument, sagt der Sender. Doch ist das ein Scoop oder nicht Propaganda pur?

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          Am Sonntagabend war Sergej Lawrow in der Nachrichtensendung „Zona Bianca“ des italienischen Privatsenders Rete4 zu Gast. Das Gespräch des russischen Au­ßenministers mit Giuseppe Brindisi, dem Chefredakteur und Moderator der Sendung, dauerte gut 40 Minuten. Die 57. Ausgabe von Brindisis wöchent­lichem TV-Magazin sollte wegen der obszönen Einlassungen Lawrows („Auch Hitler hatte jüdisches Blut“) bald globale Aufmerksamkeit erregen.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          In Italien wird seit der Ausstrahlung der Livesendung eine heftige Debatte darüber geführt, ob sich der Sender mit dem ausführlichen Gespräch mit Lawrow vor den Karren russischer Hassrede und Kriegspropaganda hat spannen lassen oder ob Rete4 mit dem „Exklusivinterview“ vielmehr ein journalistischer Scoop gelungen ist, der ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument hervorgebracht hat.

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