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Die Serie „Succession“ auf Sky : Lass es gut sein, Vater

  • -Aktualisiert am

Müder Patriarch: Logan Roy (Brian Cox, rechts) besitzt das weltgrößte Medienimperium, will sich aber aus dem aktiven Geschäft zurückziehen. Nur, wer kann ihm nachfolgen? Bild: Sky

Die Serie „Succession“ um einen alternden Medienmogul setzt die Arroganz des Geldadels als Geltungs- und Gefallsucht in Szene. Eine Balance aus Komik und Drama stellt sich dabei jedoch nicht ein

          Keine schöne Aussicht für einen alternden Medienmogul: In seinem neunten Lebensjahrzehnt wollte Logan Roy (Brian Cox) das Unternehmen eigentlich in die Hände seiner Nachkommen geben. Aber einer seiner Söhne ist ein Weichei, der zweite ein Hallodri, der dritte hat kein Interesse. Und Roys Tochter bremst lieber ihre Brüder aus, als die eigenen Ambitionen durchblicken zu lassen.

          Eigentlich waren die Dinge bereits abgemacht: Kendall (Jeremy Strong), der ambitionierteste von Logans Kindern aus vier Ehen, sollte als Konzernchef dem Vater nachfolgen. Und es ist höchste Zeit, wie die Serie „Succession“ gleich zu Beginn in einer heilen Szene verdeutlicht. Da tastet sich Logan Roy im Dunkeln durch sein Haus, zusammenhangslos murmelnd, und pinkelt schließlich auf den Teppich. Aber es ist zu früh, den Alten abzuschreiben. Zu Kendalls Entsetzen verkündet er an seinem achtzigsten Geburtstag im Familienkreis, er habe es sich anders überlegt. Ob diese Entscheidung auf Logans durchaus scharfsinniger Einschätzung seiner Sippe basiert oder auf einer beginnenden Demenz, lässt sich nicht mehr ergründen, bevor der Patriarch einen schweren Schlaganfall erleidet, der die Familie und die Geschäftsführung in Zugzwang bringt. Der Aktienkurs stürzt ab, und Kendalls Versuche, das Vertrauen der Anleger in den Konzern wiederherzustellen, offenbaren vor allem, dass er das Zeug zum Medienmogul nicht hat. Zwar gilt er der Öffentlichkeit weiterhin als designierter Nachfolger von Logan Roy, aber seine Geschwister Roman (Kieran Culkin) und Siobhan, genannt Shiv (Sarah Snook) mauern.

          Imaginiertes Gespräch zwischen Rupert Murdoch und seinen Kindern

          Sogar Connor (Alan Ruck), Logans Sohn aus erster Ehe, der das Familienvermögen zur Finanzierung seiner philantropischen Projekte nutzt, stellt sich plötzlich quer, und Logans aktuelle Ehefrau Marcia (Hiam Abbass), scheint ebenfalls ihre ganz eigenen Pläne zu verfolgen. Dass sich Kendalls Frau Rava (Natalie Gold) außerdem von ihm scheiden lassen will, kratzt das Selbstbewusstsein des Möchtegern-Konzernchefs zudem an. Und just als Kendayll die Dinge in den Griff zu bekommen scheint, erholt sich der alte Logan wieder.

          Das Drehbuch zu „Succession“ beruht auf einer imaginierten Dinner-Konversation zwischen Rupert Murdoch und seinen erwachsenen Kindern. Seine Tochter Prudence und seine Söhne Lachlan und James sind in die Mediengeschäfte des Vaters involviert, eine weitere Tochter, Elisabeth, stieg vorübergehend zur Rivalin ihrer Brüder im Konzern auf. Der Autor Jesse Armstrong hat die Geschichte 2010 verfasst. Seither galt sie als eines der besten unproduzierten Drehbücher Hollywoods. HBO hat es gewagt und mit „Succession“ einen Thriller produziert, der Armstrongs satirische Schärfe mit der von Adam Kay kombiniert, der mit „The Big Short“ einen überaus unterhaltsamen Film über Hintergründe des Bankenkrise von 2008 gedreht hat.

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