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Berichterstattung zu Las Vegas : Was verbindet die Vereinigten Staaten?

  • -Aktualisiert am

Trauer nach dem Attentat: Passanten gedenken am „Strip“ der Toten von Las Vegas. Bild: REX/Shutterstock

Abermals ringt Amerika nach einem Massenmord um Fassung. Trauer und Entsetzen beherrschen die Schlagzeilen. Bringt die Debatte diesmal Gemeinsamkeiten hervor?

          Erschütterte Reporter, Augenzeugenberichte, schreckliche Handyvideos: Einmal mehr muss sich die amerikanische Nation eine Massenschießerei vergegenwärtigen, einmal mehr ringen Politiker um die richtigen Worte, einmal mehr müssen die Medien einen Umgang damit finden.

          Eine Frage, die sich der gespaltenen Nation stellt, ist, wann und inwiefern diese schlimmste Massenschießerei in der Geschichte Amerikas zum Politikum gemacht werden darf. Nach den leider zahlreichen vorangegangenen Massakern ertönte auf der einen Seite der Ruf nach schärferen Waffengesetzen, auf der anderen Seite nach mehr bewaffneten Bürgern. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen wurden zum hohlen Ritual, das die politischen Gräben bloß noch vertiefte. Vielleicht auch deshalb gerät die Debatte im direkten Nachhall von Las Vegas etwas anders. Der Wunsch nach Zusammenhalt wird spürbar.

          Bei CNN wurde die Hoffnung geäußert, das Entsetzen über dieses Blutbad möge das Land einen. John King, der Inlands-Chefkorrespondent des Senders, bezeichnete die Stellungnahmen von Donald Trump zu Las Vegas („Unsere Liebe definiert uns heute und für immer, und was uns verbindet, kann nicht durch Gewalt zerrissen werden“) als „perfekt“. Er lobte den Präsidenten dafür, das Land einen zu wollen. CNN gilt als Hochburg der Trump-Kritiker in der amerikanischen Medienlandschaft, der Präsident benennt den Sender regelmäßig als vermeintliche Quelle von Fake News.

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          Die „Washington Post“ bemerkte, es gebe eine richtige und eine falsche Form der Politisierung – die Schuldzuweisung ans jeweils andere politische Lager sei in jedem Fall die falsche. Nach einem solchen Massaker nach Motiven zu fragen sei normal, ebenso wie der Versuch, die Weltanschauung des Täters zu ergründen. Aber es müssten auch andere Ursachen in Erwägung gezogen werden. Dagegen sei es durchaus angebracht zu diskutieren, wie solche Massaker in Zukunft zu verhindern seien. Die „Post“ plädierte dafür, Massenschießereien und Waffengewalt getrennt, aber als zusammenhängende Themen zu debattieren. Neben die Forderung, Zugang zu Waffen zu erschweren, müsse die Diskussion über die Erforschung von Massenmorden, bessere Zugriffsmöglichkeiten der Polizei und die schlechte Versorgung von psychisch Kranken treten.

          Massaker sind „Anomalien“

          Auch die „New York Times“ schlägt moderierende Töne an. Zwar schrieb der Kolumnist Nicholas Kristof: „Was wir jetzt vor allem brauchen, ist keine Trauer, sondern Maßnahmen, die den Preis der Waffenwut in Amerika senken.“ Es reiche nicht, Flaggen auf Halbmast zu setzen und Schweigeminuten abzuhalten. Seit 1970 seien in den Vereinigten Staaten mehr Menschen durch Schusswaffengebrauch zu Tode gekommen als in allen Kriegen seit der Amerikanischen Revolution. Allerdings wies Kristof auch darauf hin, dass Massaker wie das von Las Vegas „Anomalien“ seien – die meisten Toten gebe es durch Morde und Suizide. Er fordert, den persönlichen Hintergrund von Waffenbesitzern genauer zu überprüfen, ein Mindestalter für Waffenbesitz im ganzen Land einzuführen und für einen besseren Schutz vor Unfällen mit Schusswaffen zu sorgen.

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