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Urteil zum Ibiza-Video : Der Detektiv soll nicht ins Bild kommen

Juli 2017 auf Ibiza: Die FPÖ-Politiker Johann Gudenus (l.) und Heinz-Christian Strache schmieden Pläne. Bild: AFP

Das Landgericht Berlin schränkt die Berichterstattung zur Ibiza-Affäre ein: „Die Zeit“ hatte zuvor ausführlich über einen mutmaßlichen Hintermann des Videos informiert. Das wird künftig erschwert.

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          Zur sogenannten Ibiza-Affäre, welche den Sturz der österreichischen Regierung bewirkte, gibt es viele offene Fragen. Insbesondere das Zustandekommen des ominösen Videos ist ein Thema – des Videos, auf dem zu sehen ist, wie sich die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus berauscht einer vermeintlichen russischen Oligarchin namens Aljona Makarowa andienen und gemeinsam darüber nachdenken, wie sie mit deren Geld Einfluss auf Presse und Politik nehmen können. Die junge Dame, von der man inzwischen weiß, dass sie ein Lockvogel war, sollte sich bei der „Kronen Zeitung“ einkaufen, im Gegenzug stellte ihr Strache, so seine Partei an die Regierung käme, in Aussicht, ihr Staatsaufträge zuzuschanzen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Aufgenommen wurde das Video heimlich, mit versteckter Kamera, im Juli 2017 auf einer Finca auf Ibiza. Zugespielt wurde es schließlich knapp zwei Jahre später Journalisten von der „Süddeutschen Zeitung“ und vom „Spiegel“. Am 17. Mai, Punkt 18 Uhr, berichteten diese darüber, der Skandal nahm seinen Lauf. Am 28. Mai wurde die von ÖVP und FPÖ geführte österreichische Bundesregierung vom Bundespräsidenten Alexander van der Bellen entlassen. Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen Strache und Gudenus, aber auch gegen die Macher des Videos. Im Fall von Strache und Gudenus geht es um den Verdacht der Untreue, im Fall der Videomacher um Verstoß gegen den Datenschutz mit Gewinnabsicht.

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