https://www.faz.net/-gqz-a2sxq

Corona-Berichte von ARD/ZDF : Wer hat hier etwas von „Tunnelblick“ gesagt?

Corona oder Mundschutz war gestern: Demnstration gegen die Corona-Maßnahmen, Anfang August in Berlin. Bild: dpa

Zwei Kulturforscher schauen sich Sendungen von ARD und ZDF zur Corona-Krise an und fällen ein knallhartes Urteil: staatsfreundliche Inszenierung. Die Sender weisen das zurück. Wer liegt richtig?

          5 Min.

          Dennis Gräf und Martin Hennig haben ganz genau hingesehen. 42 Ausgaben des „ZDF Spezial“ und 51 von „ARD Extra“ haben sie gesichtet, die zwischen Mitte März und Mitte Mai ausgestrahlt wurden und nur ein Thema hatten: die Corona-Krise. Das Urteil der Kulturwissenschaftler von der Universität Passau drückt sich schon im Titel ihrer Arbeit aus, die für reichlich Wirbel sorgte und bei den Betroffenen auf breite Ablehnung stieß: „Die Verengung der Welt. Zur medialen Konstruktion Deutschlands unter Covid-19 anhand der Formate ARD Extra – Die Coronalage und ZDF Spezial“.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Gräf und Hennig betrachten die Sache aus einer, wie sie schreiben, „medien- und kultursemiotischen Perspektive“. Will heißen: Sie erachten die Sendungen als „abgeschlossene Modelle von Welt, die implizite Regeln, Werte und Ideologien aufweisen“, und analysieren sie in Wort und Bild. Dabei fallen ihnen im close reading eine ganze Reihe von Mitteln auf, die man beim täglichen Fernsehkonsum vielleicht nicht registriert: permanente Krisenrhetorik, redundante Bilder in Dauerwiederholung, Bildfolgen, die an Katastrophenfilme erinnern, dramatische Musik und Übungen in Selbstreferenz.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Trauer in Frankreich: Die Abgeordneten der Nationalversammlung gedenken in Paris mit einer Schweigeminute des ermordeten Lehrer Samuel Paty

          Enthauptung von Samuel Paty : Letzte Chance für eine freie Gesellschaft

          Im „Krieg gegen den Terror“ wurden Fortschritte erzielt. Die Ermordung des Lehrers Samuel Paty aber hat viele Franzosen aufgewühlt. Die Tat könnte ein Wendepunkt im Kulturkampf gegen den Islamismus sein.
          Polizisten in Essen kontrollieren den Mercedes zweier junger Männer.

          Forscher im Interview : „Mit Demokratie kommen Clans nicht gut zurecht“

          Früher dachte man bei Clans an schottische Hochlandbewohner, die einander die Köpfe einschlagen. Heute denkt man an Drogenhandel und Schweigegelübde. Ein Interview mit Clan-Forscher Ralph Ghadban, der sagt: „Junge Frauen spielen eine entscheidende Rolle“.

          Fahrbericht Porsche 911 Targa : Tosender Applaus

          Porsche ist ein hinreißendes Auto gelungen, das gekonnt an das Urmodell von 1965 erinnert. Der 911 Targa fährt überragend. Nur zwischen 60 und 80 klemmt es. Und damit meinen wir nicht das Alter der Fahrer.