https://www.faz.net/-gqz-9m8er

Die KI-Ethik-Leitlinien der EU : Stets zu Diensten

  • -Aktualisiert am

Wusste am Ende alles besser: Der Bordcomputer des Raumschiffs „Discovery“ aus Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ Bild: Allstar/Mgm

Kein Selbstzweck: Die EU-Kommission korrigiert die „Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI“, die zweiundfünfzig hochrangige Experten in ihrem Auftrag ausgearbeitet haben. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Die EU-Kommission will „Vertrauen in eine auf den Menschen ausgerichtete künstliche Intelligenz schaffen“, heißt es in ihrer Mitteilung an das Europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen von Anfang April. In dem elfseitigen Dokument, in dem sie ihre Strategie, deren Umsetzung und die nächsten Schritte zusammenfasst, situiert und korrigiert die Kommission die sogenannten „Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI“, die am selben Tag von der von ihr eingesetzten hochrangigen Expertengruppe für KI veröffentlicht wurden.

          Den Werten der Europäischen Union verpflichtet, setzt die Kommission ihre Akzente für eine „ethisch vertretbare KI“: „KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, das den Menschen dienen muss und letztlich das Wohlergehen der Menschen steigern soll.“ Dem gegenüber überschätzt die Expertengruppe das neue Instrument wiederholt euphorisch als „vielversprechendes Mittel“ für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand, das „große Möglichkeiten“ bietet, und wirbt beschwichtigend für einen verhältnismäßigen Umgang mit den „möglichen Risiken“. In ihrem Entwurf vom 18. Dezember (F.A.Z. vom 10. Januar) des vergangenen Jahres hatte die der Industrie mehrheitlich nahestehende Expertengruppe sogar gemahnt, dass ihre Ethik-Leitlinien die KI- Entwicklung in Europa nicht ersticken dürften.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ein SUV steht am Straßenrand. Besonders bei Grünen-Wählern sind die Geländewagen beliebt.

          F.A.S. exklusiv : Die Liebe der Grünen zum SUV

          Eine Umfrage zeigt: Niemand fährt so gerne Geländewagen wie die Öko-Klientel. Ausgerechnet. Das Phänomen hat System.
          Teure Immobilie: Allein vom Weinbau lassen sich alteingesessene Güter wie Schloss Johannisberg im Rheingau oft nicht mehr finanzieren.

          Wandel im Rheingau : Der Weinadel dankt ab

          Die renommierten Weingüter verlassen zunehmend den Besitz der alteingesessenen Adelsfamilien. Die Gründe für den Niedergang sind vielfältig, und die Corona-Pandemie beschleunigt die Veränderung.
          Pro-palästinensische Proteste am 15. Mai in Köln

          Von wegen Proteste : Antisemitischer Mob

          Vielen Demonstranten geht es nicht um Kritik an Israels Vorgehen im Gaza-Streifen. Sie lassen ihrem Hass auf Juden mitten in Deutschland freien Lauf. Was bleibt zu tun?