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Krautreporter : Vorübergehend nicht im Dienst

  • Aktualisiert am

Wer dieses Bild mit „Women’s Day“ untertitelt, hat in Sachen Sensibilität noch einiges zu lernen. Bild: Screenshot/Krautreporter.de

Die Krautreporter ziehen Konsequenzen: Tilo Jung, dessen Humor wenig geschmackssicher ist, soll vorerst keinen neuen Beitrag veröffentlichen. Auch ein zweiter Journalist lässt seine Mitarbeit vorerst ruhen.

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          Bei den Krautreportern häufen sich die Meldungen in eigener Sache. Nachdem der Videojournalist Tilo Jung, der zuletzt einen Gutteil des Krautreporterprogramms mit seinem Format „Jung und Naiv“ dominierte, für einen ziemlich geschmacklosen Instagram-Post am Weltfrauentag stark kritisiert wurde, zieht der Herausgeber Sebastian Esser Konsequenzen. Bereits am Montag hatte er sie auf Twitter angekündigt.

          Unter Berufung auf den Fall der Amerikanerin Justine Sacco, die ein einziger, zugegebenermaßen ziemlich undurchdachter Tweet die Karriere und viele Freundschaften gekostet hat, lehnt es Esser ab, Jung künftig von einer Zusammenarbeit auszuschließen. In einem Beitrag auf der Krautreporter-Seite erklärt er: „Jeder hat das Recht auf einen bescheuerten Tweet – zumindest, wenn er versteht, was er falsch gemacht hat.“ Jung habe sich entschuldigt, die Redaktion habe die Entschuldigung angenommen. „Wir werden vorübergehend keine neuen Beiträge von Tilo Jung veröffentlichen, aber er bleibt ein Teil von Krautreporter“, schreibt Esser weiter.

          Der zweite Fall betrifft den Journalisten Danijel Višević, der für Krautreporter unter anderem einen Beitrag über die Traumata geschrieben hat, die ein Kriegseinsatz bei Soldaten auslösen kann. Gleichzeitig arbeitet er als Redakteur für das Bundespresseamt und produziert dort das Videoformat „Die Woche der Kanzlerin“ mit. „Eine dauerhafte Tätigkeit für das Bundespresseamt überschneidet sich mit fast allen Themen, die wir bearbeiten“, schreibt nun Krautreporter-Chefredakteur Alexander von Streit in einem „In eigener Sache“ überschriebenen Beitrag.

          Nach Diskussionen in der Redaktion habe nun Višević entschieden, seine Tätigkeit für die Krautreporter ruhen zu lassen, solange er für das Bundespresseamt tätig ist. Außerdem gibt es ab sofort eine Aufstellung, welcher der Journalisten weitere Einkommen bezieht.

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