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Vorwurf der Spionage : Korrespondent der Deutschen Welle in Kongo in Haft

  • Aktualisiert am

Verursachte eine politische Krise, die rund 300.000 Menschen in Nachbarländer fliehen ließ: Burundis Präsident Pierre Nkurunziza Bild: Picture-Alliance

Der Deutsche-Welle-Korrespondent Antéditeste Niragira wollte über die Zustände in einem Flüchtlingslager in Kongo berichten. Jetzt sitzt er im Gefängnis. Der deutsche Auslandssender bemüht sich um die Freilassung.

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          In der Demokratischen Republik Kongo ist seit Mittwoch ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW) in Haft. Antéditeste Niragira wollte in einem Flüchtlingslager bei dem Ort Kavimvira über die desolaten Bedingungen berichten, unter denen dort burundische Flüchtlinge leben. Nach Angeben des Senders wurde der freie Mitarbeiter im Flüchtlingslager von Mitarbeitern des kongolesischen Nachrichtendienstes ANR verhaftet und in ein Gefängnis in Uvira verbracht. Ein von der DW beauftragter Anwalt habe sich inzwischen von der Unversehrtheit des Korrespondenten überzeugen können.

          Die Behörden verweigerten bisher jedoch jede Information über den gegen Niragira erhobenen Vorwurf der Spionage. Ein Sprecher der Deutschen Welle nennt den Vorwurf ungeheuerlich, er entbehre jeder Grundlage: „Wir verlangen von den zuständigen Stellen in der DR Kongo, dass sie Antéditeste Niragira unverzüglich auf freien Fuß setzen und ihm die sichere Ausreise nach Burundi ermöglichen.“

          Niragira hatte sich zuletzt am Mittwochmittag vom burundisch-kongolesischen Grenzübergang Gatumba bei seiner Ehefrau gemeldet. Seit Bekanntwerden seines Verschwindens bemüht sich die DW auf allen verfügbaren Kanälen um eine sofortige Freilassung von Antéditeste Niragira.

          Auf der Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen belegt das ostafrikanische Land Platz 160 von 180 Staaten. „Regierungskritische Journalisten sind häufigen Einschüchterungsversuchen und Verhören ausgesetzt“, heißt es dort. In Burundi brach 2015 eine politische Krise aus, als sich Präsident Pierre Nkurunziza entgegen den Bestimmungen der Verfassung eine dritte Amtszeit sicherte. Seither sind rund 300.000 Menschen in Nachbarländer geflohen.

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