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Corona und Fernsehfußball : Wie Amazon vom Virus profitieren könnte

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Die Stadien bleiben leer. Und zu zeigen haben die Sender im Augenblick nichts. Bild: dpa

Die Corona-Pandemie stürzt Sportsender und Streamingdienste in die Krise. Sie haben nichts mehr zu senden. Jetzt werden die Bundesliga-Rechte neu vergeben. Wer könnte da den längsten Atemzug haben?

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          Wie groß die Abhängigkeit der Fußball-Bundesliga vom Fernsehgeld ist, wird in den Zeiten der Corona-Krise besonders deutlich. Ohne die Milliardenzahlungen des Abosenders Sky und der anderen ist die Liga nicht überlebensfähig. Für die Planung der Zukunft ist es daher besonders wichtig, dass möglichst bald klar ist, wie viel Geld es demnächst gibt. Daher hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) trotz des aktuellen Krisenmanagements die Ausschreibung der Medienrechte fortgesetzt.

          Einen der wichtigsten Schritte des Prozesses hat die DFL an jenem Tag vollzogen, an dem sie die Aussetzung der Spiele bis zum 2. April ankündigte und der DFL-Geschäftsführer Christian Seifert den Existenzkampf ausrief. Dazu hat die Liga die Unterlagen am Montag verschickt, obwohl es noch keine offizielle Einigung mit dem Bundeskartellamt gibt. „Unsere Entscheidung ist noch nicht getroffen“, sagte ein Kartellamtssprecher. Die Bundesliga muss ihre Ausschreibung im Rahmen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen mit der Behörde abstimmen. Dem Vernehmen nach ist aber nicht mit Problemen zu rechnen. Über die Rechtevergabe für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 sind Liga und Behörde schon länger im Austausch.

          Ob alle Unternehmen zurzeit für das Bieterrennen gewappnet sind, ist aber unklar. Vor allem die Geschäftsmodelle von Sky, mit durchschnittlich 876 Millionen Euro pro Jahr der größte Zahlmeister der Liga, und von DAZN leiden unter der Corona-Krise. Die Abodienste haben ohne Live-Übertragungen keine Inhalte und müssen die daraus entstehenden Probleme mit ihren Kunden klären.

          Besonders DAZN drohen durch das Kündigungsrecht der Monatsverträge große Einnahme-Ausfälle. Aber auch bei Sky stellt sich, trotz längerfristiger Verträge, die Frage der Kulanz. Zudem ist unklar, ob oder wann die fehlenden Tranchen aus dem noch laufenden Fernsehvertrag an die Bundesliga überwiesen werden müssen. Dass diese Pay-Anbieter angesichts der finanziellen Unsicherheit Milliardenverträge mit der Liga abschließen können, erscheint nicht sicher. Profitieren könnten andere Bewerber, deren Finanzkraft nicht unter der Corona-Krise leidet oder die sogar profitieren.

          Das gilt vor allem für Amazon. Der weltgrößte Online-Händler, der zuletzt Rechte von Champions League und Premier League erworben hat, verzeichnet einen starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Virus. Amazon gilt wie die Telekom als Interessent für Rechtepakete mit Livespielen. Die Bundesliga-Einnahmen aus diesem Bereich machen rund achtzig Prozent aus. Allen Unternehmen hat die DFL die Unterlagen zugeschickt, bis Ende des Monats dürfen dazu Fragen eingereicht werden. Die Auktion, also das Wettbieten der Unternehmen, soll zwischen dem 27. April und dem 8. Mai stattfinden. Ob der Zeitplan Bestand hat, ist schwer vorherzusagen. DFL-Geschäftsführer Seifert hatte dazu gesagt: „Gerade jetzt im Moment ist die Frage, ob wir das im Mai abschließen, nicht die drängendste.“

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