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Kriegsreporter Ashwin Raman : König für einen Tag

Ashwin Raman im Pandschir-Tal: Szene aus dem Film „Im Land der Taliban – Der lange Krieg am Hindukusch“ Bild: ZDF

Wie arbeiten Kriegsreporter, was treibt sie an? Ashwin Raman geht mit seiner Kamera an Orte, an die sich außer ihm kaum jemand wagt. Von ZDF und ARD ist er enttäuscht.

          4 Min.

          Ashwin Raman hat keine Angst mehr. Seitdem 1988 ein Flugzeug abstürzte, in dem er hätte sitzen sollen, vertraut er auf seinen Schutzengel. Niemand an Bord überlebte den Flug ins indische Ahmedabad. Weil er aber übermüdet war, blieb er in Mumbai. Die „Times of India“ veröffentlichte einen Nachruf ihn. „Es gab viele Ereignisse in meinem Leben, bei denen ich fast gestorben wäre“, erzählt Raman. In Somalia entging er nur knapp einer Entführung. Piraten hatten ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf ihn ausgesetzt. Im syrischen Raqqa, einst sogenannte Hauptstadt des „Islamischen Staats“, entkam er den Scharfschützen. Immer wieder knallt es in seinen Filmen, immer wieder sprechen Maschinenpistolen. Und mittendrin Ashwin Raman. Trotzdem sagt er: „Ich suche nicht die Gefahr, ich suche nicht Mord und Totschlag, anders als viele meiner Kollegen.“

          Martin Franke

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Selm in Nordrhein-Westfalen. In der beschaulichen Kleinstadt, etwa eine halbe Stunde nördlich von Dortmund, lebt der vierundsiebzigjährige Raman mit seiner Frau. Er spricht unaufgeregt, hört zu, haut nur selten auf den Tisch. Was er sagt, braucht keine Gestik, die den Worten zusätzliches Gewicht gäbe. In Indien begann er ein Studium der Literatur und Politik, das er mit einem Stipendium in Oxford beendete. Mit dieser Ausbildung wurde man in Indien damals entweder Lehrer oder Journalist, erzählt er.

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