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Elmar Wepper wird 70 : Kleiner Bruder, ganz groß

Elmar, der jüngere der Wepper-Brüder, wird 70. Bild: dpa

Elmar Wepper verschwindet mitunter im Schatten seines älteren Bruders Fritz, dabei kann er selbst auf eine erfolgreiche Fernsehkarriere zurückblicken. Dem „kleinen Bruder“ zum Siebzigsten.

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          Fritz Wepper kennt jeder. Er spielte als Achtzehnjähriger in Bernhard Wickis „Die Brücke“; er war Harry, Derricks ewiger Assistent, und ist bis heute serienfüllend im Fernsehen präsent, als Großmeister des Unterhaltungsfachs. Elmar Wepper, den drei Jahre Jüngeren, kennt eigentlich auch jeder.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Was und wo hat er nicht alles gespielt: in „Der Kommissar“, in „Polizei-Inspektion 1“, im „Millionenbauer“, in „Der Alte“, in „Unsere schönsten Jahre“ (mit Uschi Glas und Helmut Fischer), in „Irgendwie und sowieso“, in „Zwei Münchner in Hamburg“ und schließlich, gemeinsam mit Fritz, dem Älteren, in „Zwei Brüder“. Und das ist nur eine Auswahl.

          Elmar, der Spätentdeckte

          Doch so präsent dieser Schauspieler seit Jahrzehnten ist, wer er ist und was er kann, hat das Publikum erst 2008 entdeckt, als Elmar Wepper in Doris Dörries „Kirschblüten - Hanami“ den Beamten und Familienvater Rudi spielte, der nach dem Tod seiner Frau Trudi (Hannelore Elsner) die Reise nach Japan antritt, von der sie immer träumte. Für seine Rolle bekam Elmar Wepper den Deutschen und den Bayerischen Filmpreis, von der Premiere auf der Berlinale zeigte er sich tief berührt.

          1500 Menschen im Saal waren von seiner Darstellung ergriffen. Auch die Kritiker hatten ihr Aha-Erlebnis: Das kann der, wer hätte das gedacht? Elmar Wepper ist also kein Spätberufener, sondern ein Spätentdeckter, der sich seit „Kirschblüten“ so richtig zeigen kann, im Fernsehen in Filmen wie „Adel Dich“, „Hopfensommer“ und „Das unsichtbare Mädchen“, im Kino in „Dreiviertelmond“.

          Beste Brüder

          Begonnen hatte Elmar Wepper mit dem Schauspiel schon als Jugendlicher. Er spielte in München für das Theater „Kleine Freiheit“ und war Synchronsprecher für die Kinderserie „Fury“. Er studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Universität München und synchronisierte prominente Kollegen - Ryan O’Neal, Dudley Moore und Mel Gibson. In den siebziger Jahren begann sein Aufstieg im deutschen Fernsehen, aus dem er und sein Bruder nicht mehr wegzudenken sind. Fritz ist der Mann der Show und der Pointe, Elmar der Nachdenkliche, Bodenständige, prädestiniert, wie er einmal eine Kritik zitierte, den „sentimentalen Bayern“ zu spielen.

          Bei gemeinsamen Auftritten und im echten Leben passt zwischen die beiden Weppers kein Blatt. Da ist keine Konkurrenz, sondern nur Wertschätzung und Zuneigung. Der Titel zum Film zu den beiden, deren Vater im Zweiten Weltkrieg fiel, als sie noch kleine Kinder waren, müsste lauten: Beste Brüder. Elmar, der Jüngere, feiert an diesem Mittwoch siebzigsten Geburtstag.

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