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Klarnamenpflicht bei Facebook : Zu schön, um wahr zu sein

Arvol Looking Horse, spiritueller Anführer der Lakota, bei einer Demonstration gegen eine Pipeline Bild: AFP

„Einzelner Hügel“ oder „Schleichender Bär“ als Nachname? Auf so einen Unsinn fällt Facebook natürlich nicht rein – und sperrt die Accounts. Dumm nur, dass die Namen echt sind und Amerikas Ureinwohner nun protestieren.

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          Dana Lone Hill gehört zum Stamm der Lakota. Lone Hill ist der Mädchenname ihrer Mutter. Als die Facebook-Nutzerin zufällig auf ihr Geburtszertifikat stieß, stellte sie fest, dass sie eigentlich den Namen ihres Vaters tragen solltet: Lone Elk. Sie änderte ihren Namen bei Facebook und machte damit die Kontrolleure des sozialen Netzwerkes misstrauisch. Lone Elk, wer heißt denn schon so? Facebook sperrte umgehend den Account.

          Wie sie später im Internet beschrieb, änderte Dana Lone Hill daraufhin wieder ihren Namen zurück. Das ging für ein paar Stunden gut, dann flog sie wieder aus ihrem Account. Etwa zweitausend Kontakte, zahlreiche Fotos ihrer Kinder: Auf all das hatte die Amerikanerin plötzlich keinen Zugriff mehr. Sie wehrte sich und schickte Ausweispapiere. Daraufhin verlangte Facebook mehr Ausweispapiere, Kreditkarten, ihre Sozialversicherungsnummer – persönliche Daten, die Dana Lone Hill nicht preisgeben wollte. Ähnliches erlebte das Ehepaar Shane und Jacqui Creepingbear, deren Name ebenfalls zu schön ist, um bei Facebook als echt durchzugehen.

          Entschuldigung bei Drag Queens

          Das ist besonders heikel, weil Facebook die Namensdiskussion gerade erst zu den Akten gelegt hatte. Drag Queens hatten sie im Herbst 2014 aufgebracht, weil ihre Seiten reihenweise gesperrt wurden. Dabei steht in den Facebook-Bestimmungen nicht, dass der im Ausweis stehende Name benutzt werden müsse – nur von dem Namen, der im echten Leben benutzt wird, ist die Rede. Der Aufschrei sorgte dafür, dass Facebook sich bei den gesperrten Drag Queens entschuldigte.

          Der Fall mit den indigenen Namen wiegt ungleich schwerer. Kritiker werfen dem Unternehmen Rassismus vor. Immerhin reagierte Facebook diesmal schneller als bei den Drag Queens, deren Beschwerden sie anfangs auszusitzen versuchten. Dana Lone Hill ist nun wieder auf Facebook; ein Mitarbeiter entschuldigte sich per Mail bei ihr, dass ihr Name für falsch gehalten wurde. Dabei hat die Amerikanerin noch einen weiteren Namen, mit dem sie eine neue Anmeldung hätte versuchen können. Ihr Lakota-Name lautet nämlich Oyate Wachinyanpi, übersetzt: „Menschen verlassen sich auf sie“. Offenbar muss Facebook sich nun einfach daran gewöhnen, dass nicht jeder Name verbreitet und eingängig sein kann.

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