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Kinovorschau : In Tennissocken zum Traualtar

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„Balla Balla?”: So heiraten absolute Tennisfreaks Bild: dpa

Ist es verrückter in Tennissocken, nackt oder als Musicalstar zu heiraten? In „Confetti“ treten drei Paare gegeneinander an. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Treuebruch in der deutschen Provinz, Jennifer Aniston mit Geldsorgen und ein Rennwagen mit Daniel Brühls Stimme.

          Ist es verrückter in Tennissocken, nackt oder als Musicalstar zu heiraten? In „Confetti“ treten drei Paare gegeneinander an. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Treuebruch in der deutschen Provinz, Jennifer Aniston mit Geldsorgen, ein Rennwagen mit Daniel Brühls Stimme und Samuel L. Jackson als Schlangenbändiger.

          Confetti - Heirate lieber ungewöhnlich

          Komödie, Großbritannien 2006.

          Nähe und Verzweiflung: Ilka Welz und Andreas Müller in „Sehnsucht”

          Die altmodischen Romantik-Fans Matt und Samantha („Per Anhalter durch die Galaxis“-Protagonist Martin Freeman und Jessica Stevenson) wollen eine Hochzeit in Musicalmanier, die ehrgeizigen Tennis-Freaks Josef und Isabelle (Stephen Mangan und Meredith MacNeill) sind Gewinnertypen und wollen sich im Tennisdreß das Ja-Wort geben. Michael und Joanna (Robert Webb und Olivia Colman) hingegen sind überzeugte Nudisten und planen nackt vor den Traualtar zu gehen. Im Reportagestil inszeniert die britische Regisseurin Debbie Isitt die Geschichte von drei jungen Paaren, die im Wettstreit um die spektakulärste Hochzeit gegeneinander antreten. Das Hochzeitsmagazin „Confetti“ hat als Preis ein Traumhaus und das Titelfoto auf dem Magazincover ausgeschrieben. Die Organisation übernehmen die professionellen Hochzeitsplaner Archie (Vincent Franklin) und Gregory (Jason Watkins bekannt aus „Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns“), die die Paare hingebungsvoll betreuen und selbst immer aufgeregter werden, je näher der große Tag rückt.

          Sehnsucht

          Drama, Deutschland 2006.

          Seit Kindertagen lieben sich Markus (Andreas Müller) und Ella (Ilka Welz), die in Zühlen, einem kleinen Dorf in der trostlosen brandenburgischen Provinz leben. Als sich Markus, der als Schlosser arbeitet, bei einer Fortbildung der freiwilligen Feuerwehr in der Kreisstadt im Bett der Kellnerin Rose (Anett Dornbusch) wiederfindet, nimmt das Unheil seinen Lauf. Neben seinem Verhältnis mit Rose, kann die unschuldige Liebe zu Ella nicht koexistieren. Als die Wahrheit ans Licht kommt, versucht Markus sich in seiner Verzweiflung das Leben zu nehmen.

          Die Regisseurin Valeska Grisebach hat zur Vorbereitung auf diesen Film fast zweihundert Männer und Frauen um die Dreißig interviewt; sie hat sie befragt, wie sie sich als Kinder die Zukunft vorgestellt haben und was von ihren Wünschen und Träumen noch übriggeblieben ist. Grisebach hat für das Filmprojekt nichtprofessionelle Schauspieler engagiert und auch einige Bewohner aus dem brandenburgischen Ort Zühlen spielen sich selbst und unterstützen damit die Wahrhaftigkeit des Milieus.

          Friends with Money

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Jennifer Aniston (bekannt aus der Serie „Friends“ und derzeit in „Trennung mit Hinternissen“ im Kino) spielt Olivia, die Ende 30 ist und in L.A. lebt. Sie hat ihren Job hingeworfen und schlägt sich als Putzfrau durch. Daß sie keinen Mann findet und alle ihre Freundinnen erfolgreich und liiert sind, macht die Sache nicht einfacher. Christine (Catherine Keener) schreibt mit Ehemann David (Jason Isaacs) Drehbücher, Franny (Joan Cusack) lebt als superreiche Hausfrau glücklich an der Seite von Matt (Greg Germann) und Jane (Frances McDormand) und Aaron (Simon McBurny) verwirklichen sich als erfolgreiche Mode-Designer.

          Olivia, die mit ihrem knappen Budget sparen muß und in Parfümerien Pröbchen zusammenschnorrt, erzählt auf Janes 43. Geburtstag ihren Freundinnen von der Putztätigkeit und erntet Entsetzen. Regisseurin Nicole Holofcener („Sex in the City“) zeigt, daß auch hinter den heilen Fassaden nicht alles so perfekt läuft, wie es scheint.

          Die Hausschlüssel

          Drama, Italien / Deutschland / Frankreich 2004.

          Nach einer sechsjährigen Schaffenspause meldete sich Regisseur Gianni Amelio („Gestohlene Kinder“) mit dem Familiendrama, basierend auf dem Roman „Zwei Leben“ von Giuseppe Pontiggia, wieder zurück in der Kinowelt und erhielt auf den europäischen Filmfestivals von Venedig bis Cannes Auszeichnungen für „Die Hausschlüssel“.

          Der behinderte Paolo (Andrea Rossi) ist bei Onkel und Tante aufgewachsen, denn seine Mutter starb bei seiner Geburt und Vater Gianni (Kim Rossi Stuart) machte sich daraufhin aus dem Staub. Vater und Sohn begegnen sich zum ersten Mal, als Gianni seinen inzwischen 15 Jahre alten Sohn zu Untersuchungen begleiten soll. Paolo ist zunächst nicht bereit, so kurzfristig seinen „neuen“ Vater zu akzeptieren. Durch die Bekanntschaft mit Nicole (Charlotte Rampling), die auch eine behinderte Tochter hat, lernt Gianni, in seine neue Rolle hineinzuwachsen.

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