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Kino : Regisseur Frank Beyer ist tot

  • Aktualisiert am

Frank Beyer, einer der namhaftesten Filmregisseure der DDR, ist am Sonntag in Berlin im Alter von 74 Jahren gestorben. Bekannt wurde er mit Filmen wie „Spur der Steine“ (1965/66) und „Jakob der Lügner“ (1974).

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          Der Filmregisseur Frank Beyer ist tot. Er starb am Sonntag in Berlin im Alter von 74 Jahren nach längerer Krankheit, teilte seine Lebensgefährtin Karin Kiwus von der Berliner Akademie der Künste mit. Unter den bekannten ostdeutschen Filmemachern zählte Beyer zu den bedeutendsten Regisseuren der DDR- Filmgesellschaft Defa.

          Berühmt wurde Beyer auch über die Grenzen seines Landes hinaus vor allem mit dem 1965 verbotenen Film „Spur der Steine“ mit Manfred Krug als anarchistischem Brigadeführer und mit dem Film „Jakob der Lügner“ (1974). Nach dem Ende der DDR verfilmte er Erich Loests Roman „Nikolaikirche“ über die Massendemonstrationen in Leipzig im Herbst 1989.

          Große Erfolge, schlimme Niederlagen

          In seiner Generation von DDR-Filmemachern sei er möglicherweise der mit den „größten Erfolgen und den schlimmsten Niederlagen“, schrieb er in seiner Autobiographie „Wenn der Wind sich dreht“. „Spur der Steine“ gilt als der berühmteste „Verbotsfilm“ der Defa.

          Manfred Krug in „Spur der Steine” (1966)
          Manfred Krug in „Spur der Steine” (1966) : Bild: DEFA/Klaus-Dieter Schwarz/Ct.

          Daß auch im wiedervereinigten Deutschland schmerzliche Erfahrungen nicht ausblieben, zeigte der Abbruch der Fernsehverfilmung des Uwe-Johnson-Romans „Jahrestage“ kurz vor Drehbeginn 1998. Sie scheiterte am Zerwürfnis mit der Produktionsfirma.

          Keine Festlegung auf ein Thema oder einen Stil

          Beyer wurde am 26. Mai 1932 in Nobitz in Thüringen geboren. Seine Ausbildung erhielt er an der Prager Filmhochschule. Schon sein Debüt „Mütter“ (1957) verwies auf eines seiner großen Themen: Die Auseinandersetzung mit dem Nazi-Regime. Dem Film „Fünf Patronenhülsen“ (1960) über den Spanischen Bürgerkrieg folgte „Nackt unter Wölfen“ (1962). Die Darstellung der authentischen Überlebensgeschichte eines Kindes im KZ Buchenwald wurde auch im Westen bekannt. Beyer erhielt den DDR-Nationalpreis 1. Klasse. „Jakob der Lügner“ (1974) nach dem Roman von Jurek Becker über einen Juden im Warschauer Getto, der mit fingierten Radiomeldungen ein bißchen Hoffnung zu verbreiten versucht, wurde als einziger Defa-Film für einen Oscar nominiert.

          Daß Beyer sich weder auf ein Thema noch einen Stil festlegen lassen wollte, machte er mit der Komödie „Karbid und Sauerampfer“ (1964) mit Erwin Geschonneck klar, einer Art Roadmovie aus den ersten Nachkriegstagen. „Spur der Steine“, konfliktgeladener DDR-Alltag nach dem Roman von Erik Neutsch, brachte ihn in den Ruf, die „Rolle der Partei und des Staates“ zu verunglimpfen.

          Hausverbot bei der Defa, Ausschluß aus der SED

          Der mit „Hausverbot“ von der Defa Gestrafte arbeitete sich am Theater und übers Fernsehen langsam wieder ins Metier zurück. Der ständige „Unruhestifter“ wurde schließlich aus der SED ausgeschlossen.

          Seit Anfang der 80er Jahre gehörte Beyer zu den „privilegierten“ Künstlern, die im Westen arbeiten durften. „Der König und sein Narr“ war dort sein erstes Projekt. Auch die Defa lenkte wieder ein. Es entstand der Film „Der Aufenthalt“ (1982) nach dem Roman von Hermann Kant. Und eine Sensation für das Ost-Publikum: Beyer drehte sogar bei der Produktion „Der Bruch“ (1989) mit gesamtdeutscher Starbesetzung (Götz George, Otto Sander und Rolf Hoppe).

          Der Film „Abgehauen“ (1998) nach dem Buch von Manfred Krug über die Hintergründe der Ausreisewelle ostdeutscher Künstler nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 reflektierte ebenfalls ein Stück der eigenen Lebensgeschichte. 1991 wurde Beyer für sein Lebenswerk mit dem Bundesfilmpreis geehrt.

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