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Kinderstar Miley Cyrus : Hannah Montana geht

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Seit 2006 spielt Miley Cyrus im Disney Channel die High-School-Schülerin Miley Stewart, die ein heimliches Doppelleben als Kaugummi-Popstar Hannah Montana führt. Jetzt sucht der Kinderstar reifere Rollen.

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          Schluss mit „Hannah Montana“: Miley Cyrus, die siebzehnjährige Darstellerin der überaus populären Jugendfigur, ließ wissen, dass sie sich nach dem Ende der laufenden vierten Staffel „reiferen Rollen“ widmen wolle. Seit 2006 spielt Cyrus, die Tochter des Countrysängers Billy Ray Cyrus, auf dem Disney Channel die High-School-Schülerin Miley Stewart, die ein heimliches Doppelleben als Kaugummi-Popstar Hannah Montana führt. Die Serie machte die pausbäckige Teenagerin aus Tennessee zum umschwärmten Star und zu einer skandalfreien Gegenfigur von Britney Spears - und damit zum Vorbild für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, für die ein eigenes Marktsegment erfunden wurde. „Hannah Montana“ entwarf eine saubere Teenager-Welt, in der Rock 'n' Roll nach Fahrstuhlmusik klingt und die Pubertät eine Abfolge gutgelaunter Bonmots ist. Hannah Montana geriet zum Sinnbild des amerikanischen Traums vom risikobefreiten, gezähmten Leben.

          In Deutschland, wo die Serie bei Super RTL läuft, fristet sie ein Schattendasein, was möglicherweise daran liegt, dass die deutsche Jugendkultur einen ausgeprägteren Sinn für den Reiz des Verbotenen und Gefährlichen hat. In den Vereinigten Staaten dagegen wurde „Hannah Montana“, nicht zuletzt dank einer vielseitigen Marketingstrategie, zu einem Pop-Phänomen. Die junge Sängerin aus Tennessee und ihr anderes Ich aus dem Fernsehen verschmolzen zu einer lukrativen Kunstfigur, die für Disney zum Milliardenunternehmen wurde.

          Mehr als eine pastellfarbene Seifenoper

          Miley Cyrus ging als Hannah Montana auf internationale Konzerttourneen, die ausverkauft waren, Kino-Dokumentationen verlängerten ihre Spielzeit. Die Kinovariante von „Hannah Montana“ spielte im vergangenen Jahr 147 Millionen Dollar ein, der Soundtrack zum Film verkaufte sich 1,8 Millionen Mal. Nebenbei prägte Cyrus ihre eigene Modemarke, komponierte Songs für Filme, schrieb mit sechzehn eine Autobiographie mit dem Titel „Miles to go“ und half mit, ein weiteres Disney-Fan-Produkt zu lancieren, die „Jonas-Brothers“.

          Bis hierher und nicht weiter: Auf dem Weg zur Oscar-Gala im Februar 2009 wird Miley Cyrus Einhalt geboten

          2008 verdiente Miley Cyrus Schätzungen zufolge 25 Millionen Dollar, das Magazin „Time“ nahm sie auf in die jährliche Liste der „100 einflussreichsten Menschen der Welt“. Die Teenagerin war zur Königsmacherin avanciert: Im Zuge des Erfolgs wurde Disneys Fernsehengagement zu einem der wichtigsten Geschäftszweige des Konzerns, und der Mann hinter dem Hannah-Montana-Rausch, Senderchef Rich Ross, stieg zum Boss der Disney-Filmstudios auf.

          Im Frühsommer 2008 ließ die Zeitschrift „Vanity Fair“ Miley Cyrus von der Fotografin Annie Leibovitz ins Bild setzen. Eines der Fotos, auf dem die damals Fünfzehnjährige den offenbar nackten Oberkörper mit einem Bettlaken bedeckt, sorgte für Entsetzen in der Fangemeinde. Nicht nur Eltern, sondern auch die sehr jungen Fans von Cyrus, die sich von ihr hatten inspirieren lassen, sogenannte „Promise Rings“ zu tragen - populäre Insignien der sexuellen Abstinenz vor der Ehe -, liefen Sturm gegen die „unpassende Pose“. Miley Cyrus reagierte pflichtschuldig mit einer öffentlichen Entschuldigung und spielte ihre Pubertät weiter als pastellfarbene Seifenoper durch. Nun aber soll damit Schluss sein. Im November wird Miley Cyrus volljährig, vor wenigen Tagen hat sie sich zu ihrem festen Freund, dem australischen Schauspieler Liam Hemsworth, bekannt. Es scheint tatsächlich Zeit für reifere Rollen zu sein.

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