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Keine Erkenntnisse : ZDF prüft Fall Dieter Wedel

Dieter Wedel im Sommer 2013 in Worms Bild: dpa

Das ZDF hat noch verfügbare Unterlagen auf weitere Hinweise zu sexuellen Übergriffen Dieter Wedels untersucht. Das Problem: Wedels große Arbeiten für den Sender liegen zu lange zurück.

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          Das ZDF hat keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Regisseurs Dieter Wedel bei Produktionen, die er im Laufe der Jahre für den Sender übernommen hat. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung, die nach den gegen Wedel erhobenen Missbrauchsvorwürfen in die Wege geleitet worden war. Grundlage der Nachforschungen seien die im Archiv „noch vorhandenen Unterlagen“ sowie Gespräche mit Mitarbeitern, „die in verantwortlicher Funktion direkt oder indirekt an den Produktionen mit Dieter Wedel beteiligt waren“. Man sei auch Hinweisen nachgegangen, „die das ZDF direkt erreicht haben“.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Es habe sich gezeigt, „dass dem ZDF keine Hinweise zu möglichen sexuellen Übergriffen von Dieter Wedel vorlagen“. Auch habe man über die erhobenen Vorwürfe der Schauspielerinnen und der an der Produktion Beteiligten im Zusammenhang mit den Produktionen „Der große Bellheim“, „Der Schattenmann“ und „Die Affäre Semmeling“ „keine neuen Erkenntnisse“ gewinnen können.

          Keine „neuen Erkenntnise“ heißt, so das ZDF auf Anfrage, dass man keine Hinweise über jene Vorwürfe hinaus habe, die Schauspielerinnen gegen Wedel mit Blick auf Produktionen der ARD erhoben haben. Eine Schauspielerin habe sich direkt beim ZDF gemeldet, aber um Anonymität gebeten. Generell werden Geschäftsunterlagen im ZDF zehn Jahre lang aufbewahrt. Im Falle der Wedel-Produktionen „Papa und Mama“ (2006) und „Mein alter Freund Fritz“ (2007) seien Unterlagen vorhanden – ohne Hinweise. Gearbeitet hat Dieter Wedel für das ZDF allerdings schon in den achtziger Jahren. Bereits 1984 produzierte Wedel für das ZDF „Der Mann, der keine Autos mochte“. 1987 folgte dort der „Kampf der Tiger“. 1993 wurde der Mehrteiler „Der große Bellheim“ gesendet, drei Jahre später „Der Schattenmann“, 2002 folgte „Die Affäre Semmeling“.

          Wedels große Arbeiten für das ZDF liegen also schon länger zurück. ZDF-Intendant Thomas Bellut erklärte, der Sender stehe „für ein Arbeitsklima, das frei ist von Diskriminierung und Belästigung jeglicher Art“. Bei der ARD bemüht sich insbesondere der Saarländische Rundfunk um die Aufklärung der Vorwürfe, die Schauspielerinnen gegen Wedel erhoben haben. Der Sender hat eine „Task Force“ gegründet. Dieter Wedel hat die ihm zur Last gelegten Taten, die bis zur Vergewaltigung reichen, zurückgewiesen.

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