Angebliche Satire :
Komiker Kaya Yanar wettert gegen Israel

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Kaya Yanar kritisiert als Satirefigur Yildirim Israel.
In einem Video spricht der Comedian Kaya Yanar einseitig über israelische Desinformation und die Opfer in Gaza. Die „Jüdische Allgemeine“ zeigt sich enttäuscht – und Yanar reagiert mit einer provokaten Frage.

„Sie gehen antisemitischen Klischees auf den Leim“, schreibt die „Jüdische Allgemeine“ in einem als Meinungsstück gekennzeichneten Beitrag, der die Überschrift „Lieber Kaya Yanar . . .“ trägt. Der adressierte Komiker, der mit dem Format „Was guckst du?“ bekannt wurde, hat ein Video auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht, das er selbst „Statement zum Krieg im Nahen Osten | Yildirim hat die Schnauze voll“ nennt.

Darin schlüpft der 50 Jahre alte Yanar in die Rolle von Yildirim, einem türkischen Fahrschullehrer, den er bereits Anfang der Zweitausenderjahre in seinen Sketchen verkörperte, um sich vermeintlich satirisch dem Thema zu nähern.

Einseitig und tendenziös

Nur gerät seine Auseinandersetzung mit dem Krieg in Nahost einseitig und tendenziös: Während er Israel vielfach der Lüge bezichtigt und dem Land Desinformation vorwirft, greift er keine der unzähligen Falschaussagen der Hamas auf, die seit Kriegsbeginn kursieren, sondern stellt das palästinensische Volk pauschal als Opfer dar.

Frappierend zeigt sich die Einseitigkeit etwa an seiner zeitlichen Darstellung der israelischen Grenze von 1917 bis 2020 und der Frage, in welchen Grenzen das Existenzrecht des Landes gelten würde. Die Darstellung ist manipulativ und suggeriert ein aggressives israelisches Ausbreiten, während kein Unterschied gemacht wird zwischen britischem Mandatsgebiet Palästina, von Jordanien annektiertem Gebiet und israelischer Besatzung.

Die „Jüdische Allgemeine“ schreibt, sie sei enttäuscht von Yanar, seine Ausführungen fielen auf antisemitischen Nährboden. Auch, dass er die Kritik an Israel als Satire präsentiert, kommt nicht gut an: „Warum dieser Spagat zwischen Comedy und Ernsthaftigkeit?“

Kaya Yanar selbst reagierte am Montag gegenüber dem Nachrichtenmedium „Der Westen“ auf die Vorwürfe gegen sein Video. In dem Statement ließ er wissen, er habe „noch nie Witze über Juden gemacht“. Demnach sei es ihm bei seinem Video bloß um eine „Gegenrede zur Rechtfertigung des Krieges in Gaza und ein Plädoyer für einen sofortigen Waffenstillstand“ gegangen.

Auf den Vorwurf der Einseitigkeit reagierte der Komiker demnach mit einer Gegenfrage: „Seit dem 7. Oktober wird auch ziemlich einseitig gestorben, nicht wahr?“ Auf die Kritik, er vermenge Satire und Ernst, sagte er, es sei „Geschmackssache“, ob man die Form, Methode und den Humor des Videos gut finde.