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Wirrwarr um „Lockdown-Macher“ : Lauterbach löscht „Bild“?

  • Aktualisiert am

Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Bild: AFP

Der neue Bundesgesundheitsminister brüstet sich bei Maybrit Illner im ZDF damit, er habe bewirkt, dass ein Beitrag von „Bild“ aus dem Netz verschwunden sei. Dort weiß man von nichts.

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          Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat mit Aussagen über angeblich erfolgreiche Interventionen bei der „Bild“-Zeitung für Verwirrung gesorgt. In der ZDF-Talkshow  „Maybrit Illner“ sagte Lauterbach am Donnerstag, er habe dazu beigetragen, dass der „Bild“-Artikel „Die Lockdown-Macher“ aus dem Netz entfernt wird. Ein Springer-Sprecher sagte dagegen am Freitag, es habe keinen Kontakt zwischen Lauterbach und „Bild“ mit diesem Ansinnen gegeben. Der Beitrag sei nicht gelöscht worden, sondern könne weiter abgerufen werden. Springer sei „verwirrt und verwundert“ über die Aussage.

          Der Artikel sorgt bereits seit Tagen für Diskussionen und für Kritik, vor allem seitens der Wissenschaft. In dem Text werden die Wissenschaftler Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität (HU), Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und Michael Meyer-Herrmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung „Lockdown-Macher“ genannt.

          Die HU kritisierte, den Lesern werde suggeriert, Wissenschaftler seien verantwortlich für Entscheidungen der Politik. Diese Art der journalistischen Darstellung sei verantwortungslos. In einem Live-Interview bei Bild TV wurde Lauterbach am Freitag auf seine Aussage im ZDF angesprochen. Er sagte, er wolle keine Details nennen, aber er habe sich bei „Bild“ dafür eingesetzt, dass der Beitrag von der Homepage verschwindet. Auf den Hinweis des „Bild“-Interviewers, dass der Text weiter online sei, reagierte Lauterbach mit Verwunderung. Der Deutsche Presserat prüft wegen der Kritik an dem Beitrag die Einleitung eines Verfahrens. Dem Presserat liegen zurzeit 92 Beschwerden zu dem Artikel vor.

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