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Karikaturen-Wettbewerb in Iran : Preisgeld für den besten Holocaust-Leugner

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Bereits im Jahr 2006 gab es als Antwort auf die Mohammed-Karikaturen eine Ausstellung mit gleicher Stoßrichtung. Bild: Picture-Alliance

Aus Protest gegen die Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ lobt Iran einen Wettstreit aus: Zeichnungen mit der besten Holocaust-Leugnung sollen prämiert werden.

          Geschichte wiederholt sich: Das „Haus der Karikaturen“ in Teheran hat zu einem internationalen Wettbewerb mit Zeichnungen aufgerufen, die den Holocaust leugnen. Dem Sieger winkt ein Preis von 12.000 Dollar, für den zweiten Platz gibt es 8000, für den Drittplazierten 5000 Dollar. Die Zeichnungen sollen in einer Ausstellung gezeigt werden. Die Aktion sei als Protest gegen die Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ gedacht, sagte der Direktor des Karikaturenhauses, Masud Shojaei-Tabatabaii, wie die „Tehran Times“ meldet.

          Man wolle die „Doppelmoral“ des Westens aufzeigen: Gotteslästerung sei dort erlaubt, die Leugnung der Judenvernichtung hingegen werde bestraft. Schon 2006 hatte es in Iran einen Aufruf der Zeitung „Hamashahiri“ gegeben, den Holocaust leugnende Zeichnungen anzufertigen. Die Aktion damals war eine Reaktion auf den sogenannten „Karikaturenstreit“, der entfacht worden war, nachdem die dänische Zeitung „Jyllands Posten“ Mohammed-Zeichnungen veröffentlicht hatte.

          Der Protest dagegen war in islamischen Ländern in Gewalt ausgeartet, 26 Menschen kamen bei Protesten ums Leben, in Nigeria hatten Muslime Christen angegriffen und fünfzehn Menschen getötet. Bei dem Angriff auf „Charlie Hebdo“ ermordeten Terroristen zwölf Menschen. Das Echo auf die Holocaust-Karikaturen war 2006 derweil gering ausgefallen, ebenso bei Wiederholungsaktionen in den Jahren 2010 und 2013.

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