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Französische Zeitung : Die Schlacht um „Le Monde“ wird immer heißer

Rotation: Um die Zeitung „Le Monde“ tobt ein Übernahmekampf. Bild: AFP

Die Redaktion der französischen Zeitung „Le Monde“ fürchtet, dass ihr Blatt von dem tschechischen Investor Kretinsky übernommen wird, der sich hinter dem Großaktionär Pigasse versteckt. Die Furcht ist berechtigt.

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          Die Manöver um den Besitz und die Unabhängigkeit von „Le Monde“ gehen weiter. In einem Aufruf in der eigenen Zeitung hatte die Redaktion unlängst von den beiden Hauptaktionären Xavier Niel und Matthieu Pigasse die Zusicherung verlangt, dass sie ohne die Zustimmung der Journalisten keinen ihrer Anteile verkaufen. Sie setzte den beiden Hauptaktionären eine Frist bis zum 17. September. Niel unterschrieb, Pigasse verweigerte seine Zustimmung mit dem Argument, dass dies auf eine schleichende Enteignung hinauslaufe.

          Jürg Altwegg
          Freier Autor im Feuilleton.

          Zugleich versicherte er, er gedenke keineswegs, seine Aktien an den tschechischen Milliardär Daniel Křetínsky zu verkaufen. Dieser ist Pigasses Geschäftspartner. Křetínsky hat in Frankreich schon mehrere Medien („Elle“, „Marianne“) gekauft, an der Medienholdung von Pigasse ist er mit 49 Prozent beteiligt. Daran knüpfen sich die Befürchtungen der Redaktion: Křetínsky sei Pigasses Hintermann und Strippenzieher – der Mann mit dem Geld. Auf drei Zeitungsseiten reihte die Redaktion die Namen von Persönlichkeiten auf, die sich mit den Journalisten solidarisieren. Pigasse unterschrieb daraufhin die von ihm geforderte Zusicherung zwei Tage nach Ablauf des Ultimatums doch noch – allerdings mit Einschränkungen.

          Pigasse ist mit Křetínsky im Begriff, den Zwanzig-Prozent-Anteil der spanischen Prisa-Gruppe („El Pais“) an „Le Monde libre“ (LML) zu übernehmen. In „Le Monde libre“ finden sich 75 Prozent der Anteile von „Le Monde“ insgesamt- Die anderen 25 Prozent hält die „Groupe Le Monde“, an der Journalisten, Angestellte und Leser beteiligt sind. Bekämen Pigasse/Křetínsky den Prisa-Anteil an LML, würden sich die Kräfteverhältnisse entscheidend zu ihren Gunsten verschieben – sie hätten dort dann sechzig, Niel hätte vierzig Prozent.

          Gemeinsam hatten Niel und Pigasse noch beschlossen, die Aktien des verstorbenen Pierre Bergé zu übernehmen, mit dem sie vor zehn Jahren die Zeitung gerettet hatten. Das Trio war damals von den Redakteuren anderen Übernahmekandidaten vorgezogen worden. Pigasse, der zu Beginn der Woche die Redaktion besuchte, hat am Donnerstag angeboten, die Hälfte der von „El País“ gehaltenen Anteile an Niel weiterzureichen. Dieser schlug daraufhin vor, das gesamte Kapital in eine Stiftung einzubringen, er selbst sei bereit, seine Aktien im Wert von mehr als fünfzig Millionen Euro für den symbolischen Preis von einem Euro abzugeben. In der Redaktion reibt man sich die Augen. Die Schlacht um „Le Monde“ tritt in die entscheidende Phase.

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