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Südwestrundfunk : Kai Gniffke ist neuer SWR-Intendant

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Jetzt ist er Intendant: Kai Gniffke, bislang Chefredakteur ARD-aktuell. Bild: dpa

Der Südwestrundfunk hat einen neuen Intendanten. Der bisherige Chefredakteur der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell, Kai Gniffke, setzte sich im zweiten Wahlgang durch. Damit war nicht unbedingt zu rechnen.

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          Kai Gniffke ist im zweiten Wahlgang zum Intendanten des Südwestrundfunk gewählt worden. Der bisherige Leiter der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell erhielt von Rundfunk- und Verwaltungsrat 56 von 88 Stimmen. Im Teilgremium des SWR von Baden-Württemberg erhielt er 34 Stimmen, in dem von Rheinland-Pfalz 22 Stimmen.

          Dass Gniffke im zweiten Anlauf die erforderliche Mehrheit des gesamten Gremiums, aber auch der beiden Landes-Rundfunkräte errang war nach dem Ausgang des ersten Wahlgangs überraschend. Denn diesen hatte die Direktorin des Stuttgarter SWR-Landesfunkhauses, Stefanie Schneider, mit 46 Stimmen für sich entschieden, auf Gniffke entfielen 42 Stimmen. In den beiden Teil-Gremien, in denen ein Kandidat jeweils auch die Mehrheit erringen muss, um zum Intendanten gewählt zu sein, lag Stefanie Schneider in Baden-Württemberg und lag Kai Gniffke in Rheinland-Pfalz jeweils so weit vorn, dass mit einem Schwenk nicht zu rechnen war. Den gab es dann aber doch, vielleicht unter dem Eindruck, dass es einen dritten Wahlgang erst bei einem neuen Anlauf im Herbst gegeben hätte. Vor dieser Aussicht scheuten viele Rundfunkräte offenbar zurück.

          Er werde alles geben, sagte Kai Gniffke nach der Wahl. Stefanie Schneider freute sich über den starken Abschlussapplaus für sie und erlaubte sich die Bemerkung, dass die Klatschenden sie dann ja auch hätten wählen können. Doch zeige die Wahl, wie Demokratie um Rundfunk funktioniert, und das sei auch gut so. Der Rundfunkratsvorsitzende Hans-Albert Stechl meinte, dass man nun beide - Stefanie Schneider als Landessenderdirektorin und Kai Gniffke als Intendanten – im Sender habe, und das habe man sich auch gewünscht. Man habe die Wahl „zwischen zwei Hochkarätern“ gehabt.

          In seiner Bewerbungsrede hatte Gniffke gesagt, der SWR müsse zum „Innovationstreiber Nummer 1 werden“ und in Baden-Baden ein Labor dafür aufbauen. Es gehe darum, neue Videoformate zu entwickeln, sich mit der Start-up-Szene zu vernetzen und die digitalen Kanäle und sozialen Medien besser zu bespielen. Sein Ziel sei es außerdem, alle Führungspositionen im SWR je zur Hälfte mit Männern und Frauen zu besetzen.

          Gniffke tritt seinen Posten, für den er auf fünf Jahre gewählt ist, in diesem Sommer an. Der amtierende Intendant Peter Boudgoust hatte im Dezember überraschend verkündet, dass er sein Amt in einem halben Jahr abgeben wolle, um einem Nachfolger die Möglichkeit zu geben, anstehende strategische Entscheidungen selbst zu treffen. Boudgoust führt den SWR seit 2006, seine Amtszeit wäre regulär im April 2022 zu Ende gegangen.

          Dass nur zwei Kandidaten zur Wahl standen, hatte für Kritik gesorgt, die unter anderem der frühere SWR-Intendant Peter Voß in der F.A.Z. äußerte. Eine Findungskommission hatte entschieden, dass sich der stellvertretende Landesfunkhauschef des SWR, Clemens Bratzler, und der NDR-Fernsehchefredakteur Andreas Cichowicz nicht zur Wahl stellen konnten, der SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner zog seine Kandidatur zurück.

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