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Junge Dokumentarfilmer : Zwei Brüder berichten vom Krieg

Auf gefährlicher Mission, auf sämtlichen Kontinenten: die Reporter-Brüder Dennis (links) und Patrick Weinert in Kutupalong, Bangladesch, Oktober 2017 Bild: Weinert Brothers

Die Filmemacher Dennis und Patrick Weinert reisen in die Krisengebiete der Welt. Ihre Dokumentationen sind anders als das, was wir vom Fernsehen kennen: direkt, subjektiv und Anteil nehmend.

          4 Min.

          Die verbrannten Erden dieser Welt kennen sie. Auf ihren Reisen treffen sie Rebellenführer, Vertriebene, und Zwangsprostituierte. Dennis und Patrick Weinert, zwei Brüder aus Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen, fahren in Krisen- und Kriegsgebiete, um Dokumentarfilme zu drehen. Sie sind noch keine dreißig Jahre alt. Ihre Arbeit zeichnet aus, was im etablierten Fernsehen nicht immer die Regel ist: Sie sind mutig, berichten authentisch und mit Empathie, auch über scheinbar abwegige Themen.

          Martin Franke

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          „Stell dir vor, du würdest in einem Land aufwachsen, in dem Warlords das Sagen haben“, beginnt die Dokumentation über den Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), die kürzlich auf Youtube erschienen ist. An das Publikum im Internet richten sich Filme wie „Unter Warlords – Bürgerkrieg im Herzen Afrikas“, den die Weinert-Brüder für das Y-Kollektiv, ein Zusammenschluss junger Filmemacher mit Sitz in Bremen, produziert haben. Zwölf Minuten lang führen sie durch das zerrüttete Land, kommentieren ihre Erfahrungen, Gespräche und Bilder vor der Kamera. „Wir sehen das als wirklich gutes Storytelling-Werkzeug an, andere Zielgruppen zu erreichen.“ Sie bewerten und reflektieren, bei manch einem Dreh stehen ihnen die Tränen im Gesicht. „Wir sind die zwei weißen Typen, die auch aus deiner Nachbarschaft kommen könnten“, sagt Patrick Weinert. Mit ihren Beiträgen wollen sie Brücken bauen zwischen den Zuschauern und den Menschen vor Ort. Knapp 70 000 Mal wurde die Doku über den seit fünf Jahren andauernden Krieg in der ZAR in knapp drei Wochen angeschaut. Andere Beiträge wurden hunderttausendfach aufgerufen.

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