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Unterdrückte Pressefreiheit : Drei Journalisten in der Türkei verhaftet

  • Aktualisiert am

„Journalismus ist kein Verbrechen“: Demonstration für die Pressefreiheit und die Zeitung „Cumhuriyet“ im September vor zwei Jahren in Istanbul. Bild: dpa

Die Unterdrückung der Pressefreiheit ist in der Türkei Alltag. Jetzt wurden drei regierungskritische Journalisten festgenommen. Eine Reporterin kam wieder frei.

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          Drei regierungskritische Journalisten sind Medienberichten zufolge in der Türkei festgenommen worden. Es handele sich um die Reporterinnen Canan Coskun und Zeynep Kuray sowie um ihren Kollegen Irfan Tunccelik, berichtete die Zeitung „Cumhuriyet“ am Samstag.

          Canan Coskun, eine frühere Mitarbeiterin des Blattes, sei nach rund dreizehn Stunden wieder freigelassen worden, sagte ihr Anwalt der Deutschen Presse-Agentur. Die Journalistin sei festgenommen worden, weil sie eine Geldstrafe nicht bezahlt habe, die ihr nach einem Bericht über einen Korruptionsfall 2015 in einem Gerichtsverfahren auferlegt worden sei. Nun sei der Betrag – umgerechnet knapp 1900 Euro – aber beglichen worden, so dass sie auf freien Fuß gesetzt worden sei.

          Zeynep Kuray und Irfan Tunccelik wurden dem Bericht von „Cumhuriyet“ zufolge am Freitag in Istanbul festgenommen, als sie über eine Solidaritäts-Kundgebung für hungerstreikende Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP berichteten. Der Protest richtet sich gegen die Haftbedingungen des Chefs der kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan. Dieser sitzt seit 1999 auf einer Gefängnisinsel im Marmarameer in fast völliger Isolation eine lebenslange Freiheitsstrafe ab.

          Seit dem Putschversuch 2016 sind in der Türkei Dutzende regierungskritische Journalisten verhaftet und zahlreiche Medienhäuser geschlossen worden.

          Auch der „Welt“-Journalist Deniz Yücel saß in der Türkei in Haft. Er hatte am Freitag in dem von der türkischen Justiz gegen ihn geführten Prozess in Berlin ausgesagt, dass er während dieser Zeit gefoltert worden sei. Er berichtete vor Gericht von Schlägen, Tritten, Erniedrigungen und Drohungen durch Vollzugsbeamte in den ersten Tagen, in denen er im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul einsaß. ER sei drei Tage lang gefoltert worden, sagte Yücel, „womöglich auf direkte Veranlassung des türkischen Staatspräsidenten oder dessen engster Umgebung“.

          Yücel war bis Februar 2018 ein Jahr lang ohne Anklageschrift in der Türkei im Gefängnis - lange in Einzelhaft. In dem Prozess wird ihm unter anderem „Propaganda für eine Terrororganisation“ vorgeworfen.

          Der Fall hatte eine schwere Krise zwischen Berlin und Ankara ausgelöst. Gleichzeitig mit Yücels Entlassung aus dem Gefängnis und der Ausreise nach Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

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